Herzchirurgie der Uniklinik Köln führt neues ERAS-Programm ein

Das Team des ERAS-Programms an der Herzchirurgie der Uniklinik Köln (v. l.): Navid Mader (Leitender Oberarzt), Jasmin Djebeniani (ERAS-Nurse), Stephen Gerfer (Oberarzt, Leiter ERAS/SDS), Jasmin Bein (ERAS-Nurse), Lenard Conradi (Klinikdirektor). (Foto: ©Klaus Schmidt/Uniklinik Köln)

Die Herzchirurgie der Uniklinik Köln will mit dem neu eingeführten ERAS-Programm eine schnellere und zugleich sichere Genesung nach Herzoperationen ermöglichen. Das Programm verbindet minimalinvasive Operationsverfahren mit einer besonders eng abgestimmten Betreuung vor, während und nach dem Eingriff.

„ERAS verbindet minimalinvasive, voll-endoskopische Operationstechniken mit modernen perioperativen Strategien. Übergeordnetes Ziel ist die optimierte und beschleunigte Erholung unserer Patienten“, erklärt Univ.-Prof. Lenard Conradi, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie an der Uniklinik Köln.

ERAS steht für „Enhanced Recovery After Surgery“. Ziel des Programms ist es, den Körper durch schonende Behandlungsmethoden möglichst wenig zu belasten und die Erholung gezielt zu unterstützen. Laut Uniklinik Köln zeigen erste Erfahrungen: Die Kombination aus minimalinvasiver Herzchirurgie, strukturierter Vorbereitung und intensiver Betreuung trägt dazu bei, dass sich Patientinnen und Patienten schneller erholen und kürzere Krankenhausaufenthalte benötigen.

ERAS-Nurses als zentraler Baustein des Programms

Ein wichtiger Teil des Programms beginnt bereits vor dem eigentlichen Eingriff. In einer speziellen herzchirurgischen Sprechstunde werden Patientinnen und Patienten umfassend informiert und medizinisch auf die Operation vorbereitet. Diese frühzeitige Vorbereitung hilft vielen Menschen, Unsicherheiten abzubauen und sich aktiv auf die Operation einzustellen.

Eine zentrale Rolle im neuen Konzept übernehmen speziell geschulte Pflegefachkräfte, sogenannte ERAS-Nurses. Sie begleiten die Patientinnen und Patienten durch den gesamten Behandlungsprozess – von der Vorbereitung über den Krankenhausaufenthalt bis zur Entlassung. Als feste Ansprechpartnerinnen koordinieren sie Abläufe zwischen den verschiedenen Fachbereichen und behalten stets den Überblick über den individuellen Behandlungsplan. Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet diese kontinuierliche Begleitung zusätzliche Sicherheit, wie die Rückmeldungen der bisherigen Patientinnen und Patienten laut Angaben der Uniklinik Köln bestätigen würden.

Schonende Operationsmethoden und kürzere Krankenhausaufenthalte

Das neue Konzept setzt außerdem auf besonders schonende Operationsmethoden. Die Eingriffe werden minimalinvasiv und vorwiegend endoskopisch durchgeführt. Ergänzt wird dies durch speziell angepasste Narkosen und ein modernes Schmerzmanagement. Dadurch können die Patienten häufig schon am Abend der Operation erstmals mobilisiert werden. Auch der Aufenthalt auf der Intensivstation kann sich dadurch verkürzen.

Ein ergänzendes Element ist das sogenannte SDS(Same Day Surgery)-Konzept: Viele Patientinnen und Patienten werden erst am Morgen des Operationstages aufgenommen. Insgesamt lasse sich der Krankenhausaufenthalt so oft auf weniger als fünf Tage reduzieren – bei gleichzeitig hoher medizinischer Sicherheit, heißt es von der Kölner Uniklinik.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht neue Abläufe

Weiter erläutert die Klinik, dass die Einführung des neuen Programms das Ergebnis der engen Zusammenarbeit vieler Fachbereiche der Uniklinik Köln sei. So hätten Herzchirurgie, Anästhesie, Intensivmedizin, Pflege, Physiotherapie und organisatorische Teams gemeinsam neue Abläufe entwickelt, um die Behandlung für Patientinnen und Patienten noch besser zu gestalten.

„ERAS hat das Potenzial, nach Etablierung der neuen klinischen Pfade zum Standard für die Mehrheit unserer herzchirurgischen Patienten zu werden“, meint Klinikdirektor Conradi.