Herzinfarkt bei jungen Frauen: Schlechtere Outcomes als bei Männern15. Oktober 2020 Abbildung zu den Risikofaktoren, Symptomen, Management und Outcomes bei Frauen und Männern mit Herzinfarkt (Abbildung: European Heart Journal) Wie eine im „European Heart Journal“ veröffentlichte Studie nahelegt, ist die Wahrscheinlichkeit für Frauen bis 50 Jahre erhöht, in den folgenden elf Jahren nach einem Herzinfarkt zu sterben, als bei Männern. Die Studie unter Leitung von Ron Blankstein, Professor für Medizin an der Harvard Medical School in Boston, USA, fand heraus, dass Frauen sich im Vergleich zu Männern seltener einer Operation unterzogen, wenn sie aufgrund eines Herzinfarkts hospitalisiert worden waren. Zudem erhielten sie seltener medikamentöse Behandlungen wie Aspirin, Beta-Blocker, ACE-Hemmer oder Statine nach der Entlassung. Während der Hospitalisierung unterschied sich die Mortalität zwischen Männern und Frauen hingegen nicht. Auch während der 11-jährigen Nachbeobachtungsphase traten bei Frauen genauso häufig herzbezogene Todesfälle auf, wie bei Männern. Die 1,6-fache Risikoanstieg in der Mortalität war durch andere Ursachen bedingt, wie zum Beispiel Krebserkrankungen und Sepsis. „Nur Etwa 19 Prozent der untersuchten Probanden waren überhaupt Frauen“, so Blankenstein. Die meisten Herzinfarkte in dieser Altersgruppe trete generell bei Männern auf. Doch betroffene Frauen würden oft ähnliche Symptome aufweisen, eher an Diabetes leiden und in ärmeren Verhältnissen leben, erklärte der Professor weiter. In die Studie waren 404 Frauen und 1693 Männer eingeschlossen, die zwischen 2000 und 2016 einen ersten Herzinfarkt erlitten hatten. Interessanterweise litten Männer häufiger an einem ST-Hebungsinfarkt, während Frauen eher nicht-obstruktive Koronarerkrankungen aufwiesen. Dies erkläre, warum bei ihnen seltener invasive Methoden verwendet würden, so Blankenstein. Auch könnte es sein, dass die Patientinnen möglicherweise gar keinen Herzinfarkt hatten, sondern eine andere zugrundeliegende Erkrankung die Ursache für die Symptome und erhöhten Enzymwerte seien.
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