Herzinfarkt: Häufigere Einweisungen nach Kälteeinbruch8. Januar 2025 © michaelheim – stock.adobe.com (Symbolbild) Laut neuer Daten aus Schweden kommt es 2–6 Tage nach einem Kälteeinbruch gehäuft zu Krankenhauseinweisungen aufgrund eines Herzinfarktes (MI). Das berichtet eine internationale Forschergruppe um Wenli Ni von der Harvard Medical School (Boston, USA) sowie vom Helmholtz Zentrum München, dem LMU-Klinikum München und dem Karolinska-Institut (Stockholm, Schweden) im „Journal of the American College of Cardiology“. Die bevölkerungsbasierte landesweite Fall-Crossover-Studie umfasste 120.380 MI-Fälle, die während der kalten Jahreszeit (Oktober–März) von 2005–2019 in schwedische Krankenhäuser eingeliefert wurden. Die durchschnittliche tägliche Außentemperatur (Auflösung 1 km2) schätzten Studienleiter Ni und Kollegen mithilfe von Maschinellem Lernen. Kälteperioden definierten sie als Zeiträume von ≥2 aufeinanderfolgenden Tagen, an denen die durchschnittliche Tagestemperatur kälter war als das 10. Perzentil der während der gesamten Studiendauer gemessenen Temperaturen. Unter Verwendung eines zeitlich geschichteten Fall-Crossover-Designs ermittelten die Forscher die kurzfristigen Auswirkungen von niedrigeren Außentemperaturen und Kälteperioden auf die Gesamtzahl der MI sowie der MI ohne und mit ST-Segment-Hebung (NSTEMI/STEMI) ohne größere Verzögerung (0–1 Tag) sowie mit 2- bis 6-tägiger Verzögerung. Sie stellten fest, dass eine Abnahme der Temperatur um 1 Perzentil mit einer Verzögerung von 2– 6 Tagen signifikant mit einem erhöhten Risiko für alle MI, NSTEMI und STEMI assoziiert war, mit ORs von 1,099 (95%-KI 1,057–1,142), 1,110 (95%-KI 1,060–1,164) bzw. 1,076 (95%-KI 1,004–1,153). Darüber hinaus waren Kälteeinbrüche mit einer Verzögerung von 2–6 Tagen signifikant mit einem erhöhten Risiko für MI insgesamt sowie NSTEMI und STEMI verbunden, mit ORs von 1,077 (95%-KI 1,037–1,120), 1,069 (95%-KI 1,020–1,119) bzw. 1,095 (95%-KI 1,023–1,172). Umgekehrt war der Zeitraum von 0–1 Tag nach niedrigeren Außentemperaturen und Kälteperioden mit einem geringeren Risiko für MI assoziiert. In einer Pressemitteilung zur Studie erklären die Studienverantwortlichen, dass dieser vorübergehende Schutzeffekt auf Verhaltensänderungen während des kalten Wetters zurückzuführen sein könnte, wie z.B. das Verbleiben im Haus, um die Exposition zu verringern, oder das Aufschieben von Behandlungen aufgrund von Einschränkungen der Versorgung. Diese Verhaltensweisen seien jedoch nicht von Dauer und könnten für die Verzögerung der Krankenhauseinweisungen auf 2–6 Tage später verantwortlich sein, spekulieren Ni et al. Fazit Die Studiendaten aus Schweden zeigen, dass es 2–6 Tage nach einem Kälteeinbruch gehäuft zu Krankenhauseinweisungen aufgrund eines Herzinfarktes kommt. (ah) Autoren: Ni W et al. Korrespondenz: Wenli Ni; [email protected] Studie: Short-Term Effects of Lower Air Temperature and Cold Spells on Myocardial Infarction Hospitalizations in Sweden Quelle: J Am Coll Cardiol 2024;84(13):1149–1159. Web: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2024.07.006
Mehr erfahren zu: "Morbus Sjögren: Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht" Morbus Sjögren: Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht Der Entzündungs-Botenstoff Interferon-Alpha kann die Sjögren-Krankheit auslösen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Bonn, Edinburgh und Newcastle.
Mehr erfahren zu: "Glaukom-Früherkennung: Tabletbasierte Multistimulus-Perimetrie zeigt hohe Genauigkeit" Weiterlesen nach Anmeldung Glaukom-Früherkennung: Tabletbasierte Multistimulus-Perimetrie zeigt hohe Genauigkeit Eine aktuelle Studie aus Japan zeigt, dass ein tabletbasiertes Perimetriegerät das Potenzial hat, die Glaukomversorgung als praktisches Screening- und ergänzendes Beurteilungsinstrument zu unterstützen.
Mehr erfahren zu: "POWG: OCT-Messung der makulären GCC-Dicke kann die Diagnose unterstützen" Weiterlesen nach Anmeldung POWG: OCT-Messung der makulären GCC-Dicke kann die Diagnose unterstützen Eine aktuelle Arbeit aus Nepal zeigt, dass die Messung der Dicke des makulären Ganglienzellkomplexes (GCC) mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnose des primären Offenwinkelglaukoms (POWG) von Nutzen sein kann.