Herzinsuffizienz bei gleichzeitiger chronischer Niereninsuffizienz: ICD-Implantation eher nachteilig24. September 2018 Symbolbild: Nieren © hywards – fotolia.com Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) sind für chronisch nierenkranke Patienten (CKD) mit Herzinsuffizienz (HI) offenbar keine gute Wahl. Dafür spricht zumindest eine große, nicht interventionelle Studie. Die ICD-Implantation war nicht mit einem verbesserten Überleben assoziiert, dafür aber mit einem erhöhten Risiko für eine nachfolgende Hospitalisierung aufgrund von HI sowie Hospitalisierungen insgesamt. Potenzielle Risiken und Nutzen sollten in dieser Patientenpopulation sorgfältig abgewogen werden, mahnt das Forscherteam um Dr. Nisha Bansal von der University of Washington in Seattle. Die Kohorte umfasste HI-Patienten mit einer LVEF ≤40 % und Messwerten der Kreatininspiegel für den Zeitraum 01.01.2005– 31.12.21012, die in einem von 4 Kaiser Permanente-Gesundheitsversorgungs-Systemen registriert waren. Als chronische Niereninsuffizienz galt eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate < 60 ml/min/1,73 m2. Bansal und ihre Kollegen ordneten Patienten mit und ohne ICD im Verhältnis 1:3 nach CKD-Status, Alter und hochdimensionalem Propensity-Score für den Erhalt eines ICD zu. Die Nachbeobachtung schlossen sie am 31.12.2013 ab, die Daten wurden von 2015–2017 analysiert. Die Autoren identifizierten 5877 gematchte Erwachsene mit CKD (1556 mit einem ICD und 4321 ohne ICD; 4049 Männer [68,9 %] und 1828 Frauen [31,1 %]; mittleres [SD] Alter, 72,9 [8,2] Jahre). In Modellen, die nach demographischen Daten, Komorbidität und Einnahme kardiovaskulärer Medikamente adjustiert waren, beobachteten die Forscher zwischen den Gruppen der CKD-Patienten mit vs. ohne ICD keinen Unterschied bei der Mortalität aller Ursachen (adjustierte Hazard Ratio 0,96; 95 %-KI 0,87–1,06). Allerdings ging die ICD-Implantation bei CKD-Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine nachfolgende Hospitalisierung aufgrund von HI (adjustiertes relatives Risiko 1,49; 95 %-KI 1,33–1,60) und der Hospitalisierung aller Ursachen (adjustiertes relatives Risiko 1,25; 95 %-KI 1,20–1,30) einher. Fazit In der Studie mit ambulanten Patienten mit Herzinsuffizienz und CKD war die ICD-Implantation nicht signifikant mit einem verbesserten Überleben verbunden, jedoch mit einem erhöhten Risiko für einen späteren Krankenhausaufenthalt aufgrund von Herzversagen und Krankenhausaufenthalten verschiedener Ursachen. Die potenziellen Risiken und Vorteile von ICDs sollten bei Patienten mit Herzinsuffizienz und CNI sorgfältig geprüft werden. Autoren: Bansal N et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Long-term Outcomes Associated With Implantable Cardioverter Defibrillator in Adults With Chronic Kidney Disease Quelle: JAMA Intern Med 2018;178(3):390–398. Web: dx.doi.org/10.1001/jamainternmed. 2017.8462
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