Herzinsuffizienz: Dokumentation von Symptomen und Indikatoren in der Primärversorgung 23. September 2026 Symbolbild: © Tanya Selez – stock.adobe.com Vor einer Herzinsuffizienzdiagnose werden in der Primärversorgung häufig relevante Symptome oder Indikatoren erfasst. Eine Übersichtsarbeit zeigt jedoch Lücken bei weiterführender Diagnostik, Überweisungen und der Untersuchung wiederholter Beschwerden. Einer Herzinsuffizienz können unspezifische Symptome oder Indikatoren vorausgehen, die in der Primärversorgung dokumentiert werden. Eine britische Arbeitsgruppe untersuchte nun systematisch quantitative Beobachtungsstudien, die sich mit Hinweisen auf Herzinsuffizienz, die in der Primärversorgung erfasst wurden, diagnostischer Eskalation, potenziell verpassten Gelegenheiten und dem Weg zur Diagnose einer Herzinsuffizienz bei Erwachsenen befassten. Bei Patienten, bei denen Herzinsuffizienz vermutet oder relevante Indikatoren erfasst wurden, waren die empfohlenen Untersuchungen und Überweisungen jedoch oft nicht ausreichend dokumentiert, so das im „Journal of Primary Care & Community Health“ veröffentlichte Ergebnis. Primärstudien sollten daher nach Ansicht der Autoren die Wiederkehr von Beschwerden definieren und untersuchen, ob frühere Dokumentationen plausibel auf eine Herzinsuffizienz hindeuteten, und bewerten, ob wiederholte Vorstellungen vermeidbare diagnostische Gelegenheiten identifizieren könnten. Auswertung von elf Studien Die Arbeitsgruppe führte ein systematisches Scoping-Review quantitativer Beobachtungsstudien bei erwachsenen Patienten mit inzidenter oder neu diagnostizierter Herzinsuffizienz durch. Eingeschlossen wurden Studien, die die erste Kontaktaufnahme in der Primärversorgung, im kommunalen Versorgungsbereich oder ambulant untersuchten. Die Datenbanken wurden für den Zeitraum von Januar 2000 bis zum 1. Mai 2026 durchsucht. Zwei Gutachter sichteten die Treffer unabhängig voneinander, extrahierten Daten und bewerteten das Verzerrungsrisiko. Elf Publikationen wurden als Evidenzquellen eingeschlossen. Die meisten beruhten auf retrospektiven Kohortenstudien mit verknüpften Routinedaten aus dem Vereinigten Königreich. Sechs Publikationen verwendeten sich überschneidende nationale Daten aus England, fünf verwendeten Datensätze aus Portugal, weiteren Regionen des Vereinigten Königreichs und den USA. Empfohlene Untersuchungen und Überweisungen oft nicht dokumentiert Bei 30,0 bis 66,5 Prozent der Patienten waren vor der Diagnosestellung Symptome oder Indikatoren dokumentiert. Es konnte jedoch nicht festgestellt werden, dass die früheste Aufzeichnung tatsächlich auf eine Herzinsuffizienz hindeutete. Die dokumentierte Untersuchung und Überweisung war oft unvollständig. Von 80.824 englischen Patienten mit zuvor dokumentierten Indikatoren, bei denen zwischen 2015 und 2019 eine Herzinsuffizienz diagnostiziert worden war, erhielten in den sechs Monaten vor Diagnosestellung 12,5 Prozent eine Bestimmung natriuretischer Peptide, 19,8 Prozent eine Echokardiographie und 34,4 Prozent eine fachärztliche Überweisung. Die Diagnosestellung im Krankenhaus oder in der Akutversorgung war häufig und mit ungünstigeren Ergebnissen hinsichtlich Mortalität, Hospitalisierung oder Kosten assoziiert. Wiederholte Arztkontakte und die Reaktionen der Behandelnden auf ein erneutes Auftreten von Beschwerden wurden nur selten unmittelbar untersucht. (ins)
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