Herzinsuffizienz: Fernüberwachung nach Krankenhausentlassung bringt nichts16. November 2022 © Africa Studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Wer einmal aufgrund einer akut dekompensierten Herzinsuffizienz (HF) ins Krankenhaus musste, gerät häufig in eine Abwärtsspirale aus regelmäßig wiederkehrenden Hospitalisierungen. In der EMPOWER-Studie untersuchten Forschende nun die Wirksamkeit einer Fernüberwachung. An der Studie nahmen 552 Erwachsene mit HF teil, die gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden waren (52,5% männlich; 52,7% schwarz; 41,8% weiß; 2,9% hispanisch; mittleres Alter 64,5 ±11,8 Jahre; mittlere EF 43 ±18,1%). Die Standardbehandlung erhielten im Anschluss an die Entlassung 280 Personen, während 272 Personen sich der zusammengesetzten Intervention unterzogen, die darauf abzielte, Kliniker über die Diuretika-Treue und Veränderungen des Patientengewichts zu informieren. Dazu erhielten die Teilnehmer digitale Waagen, elektronische Tablettenbehältnisse für ihre Diuretika und Lotterieanreize, die von der Einhaltung der Medikation und der Gewichtsmessung am Vortag abhingen, mit einem erwarteten Tageswert von 1,40 US-Dollar. Die Ärzte der Teilnehmer wurden alarmiert, wenn das Gewicht der Teilnehmer innerhalb von 24 h um 1,4 kg oder innerhalb von 72 h um 2,3 kg zunahm oder wenn die Diuretika-Einnahme 5 Tage lang versäumt wurde. Die Warnmeldungen und Gewichtsangaben wurden in die elektronische Gesundheitsakte integriert. Die Beobachtung aller Studienteilnehmer erfolgte über 12 Monate. Die Prüfer waren hinsichtlich der Zuweisung verblindet, die Patienten jedoch nicht. Laut Studienergebnissen hielten sich etwa 75% der Teilnehmer jeden Monat zu 80% an die Medikation und die Gewichtsmessung. In der Kontrollgruppe kam es innerhalb eines Jahres zu 423 Wiedereinweisungen und 26 Todesfällen, in der Interventionsgruppe zu 377 Wiedereinweisungen und 23 Todesfällen (primäres Ergebnis). Demensprechend unterschied sich auch das kombinierte Ergebnis der stationären Wiederaufnahme oder des Todes nicht signifikant zwischen den Gruppen (unbereinigte HR 0,91; 95%-KI 0,74–1,13; p=0,40). Weiterhin gab es keine signifikanten Unterschiede im Hinblick auf die stationäre Wiederaufnahme aufgrund jeglicher Ursache oder den Aufenthalt zur Beobachtung oder Tod, sowie im Hinblick auf die kardiovaskuläre Wiederaufnahme oder den Tod, die Zeit bis zum 1. Ereignis und die Gesamtmortalität. Der einzige verzeichnete Vorteil war, dass die Teilnehmer der Interventionsgruppe eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, weniger Tage im Krankenhaus zu verbringen. Fazit Eine intensive Fernüberwachung inklusive Belohnungssystem für die regelmäßige Medikamenteneinnahme und das Halten des Gewichtes konnte die kombinierten Ergebnisse aus Wiederaufnahme oder Mortalität nicht verringern. (ah) Autoren: Asch DA et al. Korrespondenz: David A. Asch; [email protected] Studie: Remote Monitoring and Behavioral Economics in Managing Heart Failure in Patients Discharged From the Hospital: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA Intern Med 2022;182(6):643–649. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2022.1383
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