Herzinsuffizienz: NT-proBNP-Werte unterschätzen Risiko bei Personen mit hohem BMI3. März 2026 Adipositas ist ein entscheidender Risikofaktor für eine Herzinsuffizienz. Symbolbild: Anastasia/stock.adobe.com Eine US-amerikanische Studie legt nahe, dass herkömmliche NT-proBNP-Grenzwerte eine Herzinsuffizienz bei Patienten mit hohem Body-Mass-Index (BMI) schlechter prognostizieren als bei normalgewichtigen Patienten. Natriuretische Peptide werden in Herzinsuffizienz(HF)-Leitlinien zur Risikostratifizierung empfohlen. Auch dienen sie als wichtiges Zulassungskriterium in aktuellen klinischen Studien. Laut neuen Daten unterschätzten die aktuellen NT-proBNP-Schwellenwerte jedoch erheblich das absolute Risiko für unerwünschte HF-Ereignisse bei Personen mit HFmrEF oder HFpEF und erhöhtem BMI. Unter Leitung von Wissenschaftlern der Harvard Medical School (USA) nahmen internationale Forschende eine gepoolte Analyse auf Teilnehmerebene von vier globalen, randomisierten Outcome-Studien mit Erwachsenen mit HFmrEF/HFpEF vor. Dabei bewerteten sie den Zusammenhang zwischen NT-proBNP (N-terminales pro-B-Typ natriuretisches Peptid) und klinischen Ergebnissen (kardiovaskulärer [CV] Tod oder HF-Hospitalisierung [HFH], CV-Tod und Gesamtmortalität) anhand des BMI als kontinuierliche und kategoriale Variable. Niedrigere Grenzwerte für adipöse Patienten? Unter 14.750 ausgewerteten Personen (Durchschnittsalter 72±9 Jahre; 50 % weiblich; durchschnittlicher BMI 30±6 kg/m2; medianer NT-proBNP-Wert 836 pg/ml) war ein höherer BMI zu Studienbeginn signifikant und nicht linear mit niedrigeren NT-proBNP-Werten assoziiert. Über einen medianen Nachbeobachtungszeitraum von 2,8 Jahren war jede Verdopplung des NT-proBNP-Ausgangswertes mit einer um 40 Prozent höheren kovariablenbereinigten Rate an CV-Todesfällen oder HFH verknüpft (HR 1,40; 95 %-KI 1,36–1,43; p<0,001). Dieser Zusammenhang schien jedoch mit einem höheren BMI zu Studienbeginn zunehmend abgeschwächt zu sein (p=0,008 für Interaktion). Bei gleichem absoluten Risiko für CV-Todesfälle oder HFH (5 Ereignisse/100 Personenjahre) waren die NT-proBNP-Werte bei Teilnehmenden ohne Vorhofflimmern bei einem BMI ≥35 kg/m² (158 pg/ml) fast dreimal niedriger als bei einem BMI <35 kg/m² (450 pg/ml). Bei einem derzeit gebräuchlichen NT-proBNP-basierten Schwellenwert für die Studienteilnahme lag das absolute Risiko für CV-Tod oder HFH zwischen 3,5/100 Personenjahre bei Personen mit einem BMI <30 kg/m² und 7,3/100 Personenjahre bei Personen mit einem BMI ≥40 kg/m². „Diese Daten stellen einzelne feste Schwellenwerte infrage und legen stattdessen nahe, dass niedrigere NT-proBNP-Grenzwerte eine angemessenere Risikostratifizierung von Patienten mit höherem BMI ermöglichen“, resümieren die Forschenden. (ah/BIERMANN) Mehr zum Thema Herzinsuffizienz: Herzinsuffizienz: Viele Patienten landen mehrfach im Krankenhaus Nebenwirkung von Gabapentinoiden wird oft fehlinterpretiert
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "„Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher" „Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher Der Tag, an dem die Einnahmen aus dem allgemeinen Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung rechnerisch nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben für das gesamte Jahr zu finanzieren, ist in diesem Jahr […]
Mehr erfahren zu: "Bundestag beschließt Notfallreform" Bundestag beschließt Notfallreform Das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung wurde nach 2./3. Lesung mit den Stimmen der Koalition und der Grünen beschlossen. AfD und Linke enthielten sich. Ziel der Reform ist es, Patienten im […]