Herzinsuffizienz ohne Vorhofflimmern: Wie man Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko identifiziert21. März 2023 © H_Ko – stock.adobe.com (Symbolbild) Bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) besteht ein erhebliches Schlaganfallrisiko. Eine Antikoagulation senkt dieses Risiko bei Patienten mit und ohne Vorhofflimmern (VHF), doch ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis in der letztgenannten Gruppe insgesamt nicht günstig. Dass eine Möglichkeit existiert, Personen unter Risiko in diesem Patientenkollektiv zu identifizieren, zeigen Wissenschaftler um John McMurray im „European Heart Journal“. Die Forscher validierten ein zuvor abgeleitetes einfaches Schlaganfall-Risikomodell auf Grundlage einer gepoolten Patientenkohorte der Studien PARADIGM-HF, ATMOSPHERE und DAPA-HF. Das Modell stützt sich auf 3 Variablen: Vorgeschichte eines Schlaganfalls, insulinbedürftiger Diabetes und Plasmalevel des NT-proBNP. Von den 20.159 Patienten, die in die Studie aufgenommen wurden, hatten 12.751 Patienten zu Beginn der Studie kein VHF. Von diesen erlitten 346 (2,7%) einen Schlaganfall während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 2,0 Jahren (Rate 11,7/1000 Patientenjahre). Das Schlaganfallrisiko stieg mit zunehmendem Risikoscore: Im 4. Quintil lag die HR bei 2,35 (95%-KI 1,60–3,45), im 5. Quintil bei 3,73 (95%-KI 2,58–5,38), wobei das 1. Quintil als Referenz diente. Bei Patienten im obersten Quintil lag die Schlaganfallrate bei 21,2/1000 Patientenjahre, ähnlich wie bei Teilnehmern mit VHF, die keine Antikoagulation erhielten (20,1/1000 Patientenjahre). Die Modelldiskriminierung war laut Studienautoren mit einem C-Index von 0,84 (0,75–0,91) gut. Fazit Es ist möglich, eine Untergruppe von HFrEF-Patienten ohne Vorhofflimmern zu identifizieren, deren Schlaganfallrisiko dem von Patienten mit Vorhofflimmern entspricht, die nicht antikoaguliert sind. Bei den so ermittelten Risikopatienten könnte das Nutzen-Risiko-Verhältnis den Einsatz einer prophylaktischen Antikoagulation rechtfertigen, wie Erstautor Toru Kondo und Kollegen schreiben, aber diese Hypothese müsse noch prospektiv getestet werden. (ah) Autoren: Kondo T et al. Korrespondenz: John McMurray; [email protected] Studie: Predicting stroke in heart failure and reduced ejection fraction without atrial fibrillation Quelle: Eur Heart J 2022;43(42):4469–4479. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac487
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