Herzrhythmusstörungen und Proteinkinase-Inhibitoren

© zinkevych – stock.adobe.com (Symbolbild)

Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen, Dänemark, zufolge ist eine ganze Reihe von Proteinkinase-Inhibitoren mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen verbunden.

Dr. Alicia Lundby und ihr Team werteten hierzu die Daten des U.S. Food and Drug Administration Adverse Events Reporting System umfassend aus und ermittelten mithilfe eines multivariablen logistischen Regressionsmodells die Häufigkeit von Herzrhythmusstörungen, die auf die Therapie mit Kinase­hemmern zurückzuführen sind. Ihre Analyse umfasste 3.663.300 Fallberichte mit 23.067 Fällen von VHF und 66.262 Fällen von Herzrhythmus­störungen sowie 32 Proteinkinase-Inhibitoren, von denen fast alle Onkotherapeutika sind.

7 Proteinkinase-Inhibitoren waren mit einer signifikanten Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für VHF assoziiert (Ibrutinib, Ponatinib, Nilotinib, Ribociclib, Trametinib, Osimertinib und Idelalisib). Die Bewertung der breiteren pro-arrhythmischen Toxizität deutete auf eine ventrikelspezifische Anfälligkeit für Nilotinib und ein Bradyarrhythmierisiko bei Alectinib und Crizotinib hin.

Die zugrundeliegenden Mechanismen für den arrhythmogenen Effekt sind noch unklar. Die Studie stellt aber einen wichtigen Schritt bei der Identifizierung und Priorisierung der Untersuchung dieser Proteinkinase-Signalwege dar, erklären die Studienautoren im Fachjournal „JACC Cadio­Oncology“.

Fazit
Substanzen, die zur Hemmung einer Reihe von Proteinkinasen führen, sind mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen assoziiert. Die zugrundeliegenden Mechanismen für den arrhythmogenen Effekt müssen noch erforscht werden. (ah)

Autoren: Ye JZ et al.
Korrespondenz: Alicia Lundby; [email protected]
Studie: Oncotherapeutic Protein Kinase Inhibitors Associated With Pro-Arrhythmic Liability
Quelle: J Am Coll Cardiol CardioOnc 2021,3(1)88–97.
Web: https://doi.org/10.1016/j.jaccao.2021.01.009