Herzstillstand: Verzögerte Maßnahmen verringern Überleben23. August 2019 © WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com Eine schnelle Reaktion kann bei einem plötzlichen Herzstillstand lebensrettend sein. Eine groß angelegte amerikanische Studie beurteilte den Umgang mit plötzlichen Herzstillständen, welche innerhalb von 9 Jahren an 538 Krankenhäusern aufgetreten waren. In „Anesthesiology“ berichten Nicholas G. Bircher et al., dass trotz Vorgaben für eine sofortige Einleitung einer Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW), die Maßnahme bei 5,7% der Patienten nicht sofort innerhalb von 0 min erfolgte. Eine Verzögerung in der Einleitung der HLW sowie die anschließende Zeit bis zur Einleitung der Verabreichung des Defibrillationsschocks (bei schockfähigen Herzrhythmusstörungen) und der Adrenalingabe war mit einem signifikant reduzierten Überleben verbunden. In die Analyse wurden 57.312 beobachtete Indexfälle von Herzstillständen aus der „Get With The Guidelines-Resuscitation“-Datenbank einbezogen. Eine multivariable risikoadjustierte logistische Regression untersuchte den Zusammenhang von der Zeit bis zur Einleitung der HLW und der Zeit von der HLW bis zur Adrenalinbehandlung oder Defibrillation mit dem Überleben bis zur Entlassung. Von allen analysierten Patienten mit beobachtetem Herzstillstand überlebten 9802 (17,1%). Kam es nach >2 min zur Einleitung einer HLW, lag das Überleben bei 14,7% (91/618) im Vergleich zu 17,1% (9711/56.694), wenn die HLW in ≤2 min begonnen wurde (angepasste Odds-Ratio [aOR] 0,68; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,54–0,87; p<0,002). War die Zeit zwischen HLW und Defibrillation oder Adrenalinbehandlung ≤2 min, war dies mit einem Überleben von 18,0% (7654/42.475) verbunden, verglichen mit 15,0% (1680/11.227) für 3–5 min (Referenz 0–2 min; aOR 0,83; 95%-KI 0,78–0,88; p<0,001), 12,8% (382/2983) für 6–8 min (aOR 0,67; 95%-KI 0,60–0,76; p<0,001) und 13,7% (86/627) für 9–11 min (aOR 0,54; 95%-KI 0,42–0,69; p<0,001). FazitIn der Studie war eine Verzögerung in der Einleitung der Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie die anschließende Zeit bis zur Einleitung der Verabreichung des Defibrillationsschocks (bei schockfähigen Herzrhythmusstörungen) und der Adrenalingabe mit einem signifikant reduzierten Überleben verbunden. (ah) Autoren: Bircher NG et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Delays in Cardiopulmonary Resuscitation, Defibrillation, and Epinephrine Administration All Decrease Survival in In-hospital Cardiac ArrestQuelle: Anesthesiology 2019 Mar;130(3):414–422.Web: https://doi.org/10.1097/ALN.0000000000002563