Hightech-Schnuller bringt Biotechnologen den Erfolg17. Dezember 2018 Chantal Allgöwer, Timo Jensen, Joao Alexandre de Oliveira und Lorena-Chantal Gülsdorf (Vierergruppe links im Bild) entschieden das Finale der Open Innovation Challenge der Bayer AG für sich. Foto: privat/HBC Hochschule Biberach Vier Studierende der Fakultät Biotechnologie der Hochschule Biberach (HBC) konnten sich bei der Open Innovation Challenge 2018 der Bayer AG durchsetzen und das Finale in Leverkusen für sich entscheiden. Zehn Minuten Zeit hatten Timo Jensen, Chantal Allgöwer, Joao Alexandre de Oliveira und Lorena-Chantal Gülsdorf, um das Publikum von ihrer Idee zu überzeugen: einem Hightech-Schnuller für Kleinkinder, der über den Speichel wichtige Werte misst und via Bluetooth direkt auf das Handy der Eltern übermittelt. Hat das Kind erhöhte Temperatur, sind die Werte von Antikörpern erhöht oder ist der Hormonspiegel ins Ungleichgewicht geraten? Wichtige Informationen, wenn es um die schnelle Versorgung eines kranken Babys geht, gerade auf dem Lande, aber auch auf den Kinderstationen von Krankenhäusern. „Wir glauben, dass unser Konzept die medizinische Versorgung von Kindern deutlich verbessern könnte, nicht nur, weil die Daten kontinuierlich und in Echtzeit erfasst werden, sondern vor allem, weil es eine kinderfreundliche Methode ist, die viel Wehgeschrei ersparen kann“, sagt der 23-jährige Timo Jensen, der wie seine Kommilitonen im Masterstudiengang Pharmazeutische Biotechnologie studiert, den die HBC in Kooperation mit der Universität Ulm anbietet. Und er betont: Für die Kinder sei der Schnuller „völlig unschädlich“, denn die Technik sitzt nicht im Sauger, sondern in der Plastikscheibe, die das Baby nicht in den Mund nimmt. Gegen sieben weitere Gruppen hat sich das Team „Infant Biodiagnostics“ am vergangenen Mittwoch in Leverkusen durchgesetzt. Dabei sei die Konkurrenz gut gewesen, so Jensen. Präsentiert wurde zum Beispiel ein Tattoo auf der Haut, das mit dem Smartphone abgescannt werden kann und Aussagen über das gesundheitliche Befinden gibt; oder ein Gerät, das am Fuß angebracht wird und ein Bewegungsmuster aufzeichnet, das Prognosen über mögliche künftige Erkrankungen gibt. Und wie geht es konkret für die Studierenden der Biotechnologie weiter? Für ihren Sieg haben die vier Master-Studierenden eine gemeinsame Reise nach Barcelona erhalten, weitere konkrete Überlegungen zur Weiterentwicklung ihrer Idee gibt es im Moment nicht. In den vergangenen zwei Wochen haben die Studenten hart an ihrer Idee und den Vorbereitungen für die finale Präsentation gearbeitet. „Es gab so viele andere gute Vorschläge, sagt Jao de Oliveira (26, aus Rio), „wir waren wirklich überrascht, zu gewinnen und es ist einfach toll, so ein fantastisches Ergebnis zu erzielen.“ Das findet auch Prof. Chrystelle Mavoungou, die die Studierenden gemeinsam mit ihrem Ulmer Kollegen Prof. Uwe Knippschild begleitet hat. Von Anfang an war sie sich sicher: „Das Team hat auf das richtige Thema gesetzt und damit den Nerv der Zeit getroffen“. Schon in Runde eins ließ „Infant Biodiagnostics“ 200 Mitbewerber hinter sich. Ursprünglich hatten sich laut Veranstalter 300 Teams aus 60 Ländern beteiligt, 200 hatten am Ende konkrete Ideen eingereicht. Der Biberacher Erfolg im Finale „übertraf all unsere Erwartungen“, so die Professorin.
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