Hijacking bei Lungenkrebs: Tumorzellen programmieren Immunsystem um8. März 2024 Abbildung: © cunaplus/stock.adobe.com Vor dem Hintergrund sich bei Lungenkrebszellen im Laufe einer Immuntherapie entwickelnder Resistenzen hat eine internationale und interdisziplinäre Arbeitsgruppe potenzielle Ansatzpunkte für Krebstherapien erforscht. Die Wissenschaftler, zu denen auch Thekla Cordes, Professorin für Cell Metabolism an der Technischen Universität Braunschweig am Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS) und Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), sowie Forschende vom Salk Institute for Biological Studies (USA) und von der Yale University School (USA) gehörten, stellten Folgendes fest: Das Adenokarzinom der Lunge nutzt einen raffinierten Mechanismus, um das Wachstum von Krebszellen zu fördern. Dabei werden Makrophagen im Lungengewebe gekapert und von den Krebszellen manipuliert und so umprogrammiert, dass sie Krebszellen als Treibstofflieferanten dienen. Dieser Treibstoff besteht insbesondere aus Lipiden, die für das Wachstum von Krebszellen notwendig sind. Cordes konnte durch den Einsatz von Massenspektrometrie und Tracing-Experimenten veranschaulichen, wie der Metabolismus von Alveolarmakrophagen bei Lungenkrebs beeinflusst ist und betont die Bedeutung dieser Entdeckung: „Das Team hat einen innovativen Ansatz entdeckt, durch den Lungenkrebszellen aktiv ihre lokale Umgebung und den Metabolismus von Immunzellen manipulieren. Dadurch stimulieren die Krebszellen ihr eigenes Wachstum. Die Tumorzellen verwenden diese egoistischen Hijacking-Mechanismen, die wir in Zukunft mit wirksamen Krebstherapien beeinflussen könnten.” Trotzdem warnt die Forscherin vor überzogenen Erwartungen. „Der Weg von einem wirksamen Mechanismus zu einer Therapie oder einem Wirkstoff ist ein sehr langer. Viele weitere Untersuchungen sind noch notwendig. Man kann davon ausgehen, dass solche Entwicklungsprozesse mehrere Jahre andauern und keine Aussage getroffen werden kann, ob und wann eine Therapie oder ein Wirkstoff zugelassen und auf dem Markt verfügbar sein wird.”
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