Hilfe im Katastrophenfall: Automatisches Flugsystem zur kontaktlosen Messung von Vitalparametern28. Oktober 2021 Das “Flugsystem assistierte Leitung komplexer Einsatzlagen” (FALKE) soll Rettungskräften noch vor Ihrem Eintreffen am Einsatzort wichtige Informationen zu den Verletzten liefern. Foto: © Sebastian Kehr Ein an der RWTH Aachen entwickeltes unbemanntes Flugsystem kann künftig möglicherweise Einsatzkräfte im Katastrophenschutz entlasten. Es macht sich dafür die kontaktlose Messung der Vitalparameter zunutze. In Deutschland werden bei einem Unfall Verletzte in Sichtungskategorien eingeteilt, um die Behandlungspriorität festzulegen. Wichtige Indikatoren hierzu sind die Vitalparameter. Im Floriansdorf der Aachener Feuerwehr wurde jetzt demonstriert, dass diese vom RWTH-Fluggerät mittels Kameras und Radar von verunfallten Personen erfasst werden können. Aus einer Höhe von fünf bis zehn Metern werden beispielsweise Herz- und Atemfrequenz der Verletzten gemessen. Die Rettungskräfte erhalten so schon vor ihrem Eintreffen am Unfallort wichtige Informationen. Der Demonstrationsflug wurde von einem Telenotarzt gestartet, der zuvor den Bereich der Verletztensuche eingrenzte. Das Flugsystem hob senkrecht ab, flog zum Einsatzort und führte nach dem Hochkippen der Haupttragflächen im Schwebeflug eine erste Sichtung aus der Luft durch. Anschließend konnte mithilfe der Sensoren an Bord – dazu gehören ein Multispektrales Kamerasystem und ein Radarsystem – der Gesundheitszustand der Patienten am Boden durch den Telenotarzt erfasst und an die Rettungsleitstelle übermittelt werden. Nach dem Eintreffen der Rettungskräfte kehrte das Flugsystem vollautomatisch zu seiner Heimatbasis zurück. Das System entstand im Rahmen des Forschungsprojekts „FALKE – Flugsystem assistierte Leitung komplexer Einsatzlagen“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die gemeinsamen Arbeiten von TeleCare Docs in Clouds GmbH, der flyXdrive GmbH, der IMST GmbH, der RWTH Aachen und der Ruhr-Universität Bochum mit 2,3 Millionen Euro. Das Aachener Institut für Flugsystemdynamik unter Leitung von Prof. Dieter Moormann entwickelte mit der flyXdrive GmbH innerhalb des Projekts ein vollständig automatisiertes Flugführungs- und -regelungskonzept für den Betrieb über große Entfernungen. Das System sei jederzeit und auch bei schlechten Wetterverhältnissen einsatzfähig, teilt die RWTH Aachen mit. Ein Pilot sei für die Steuerung nicht mehr erforderlich. Das Kippflügelfluggerät erlaube einen schnellen Anflug mit hoher Reichweite, dank der Schwebeflugfähigkeit und der intelligenten Bahnführung werde sicher am Einsatzort navigiert und die Sensorik präzise eingesetzt. Der AcuteCare InnovationHub der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik RWTH Aachen unterstützt dieses Forschungsprojekt mit seiner ärztlichen und ingenieurwissenschaftlichen Expertise und setzt die kontaktlose Vitalparametermessung sowie die Erstellung eines angepassten Sichtungsalgorithmus technisch um. Der Projektträger ist überzeugt, dass eine katastrophenmedizinische Evaluation die Potenziale der neuen Technologie zeigen wird.
Mehr erfahren zu: "Neu: „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“ am Universitätsklinikum Jena" Neu: „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“ am Universitätsklinikum Jena Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland erhielt die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) jüngst die Auszeichnung „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“.
Mehr erfahren zu: "Viele Kinder mit Grippe im Krankenhaus" Viele Kinder mit Grippe im Krankenhaus Der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) zufolge haben die meisten Kinder, die zurzeit wegen einer akuten Atemwegsinfektion ins Krankenhaus kommen, eine Grippe.
Mehr erfahren zu: "Schwerverletzte haben am UKL überdurchschnittlich gute Überlebensprognose" Schwerverletzte haben am UKL überdurchschnittlich gute Überlebensprognose Beim Standard der Versorgung und Behandlung Schwerverletzter Patienten zählt das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) zur bundesweiten Spitze. Dies geht aus dem TraumaRegister (TR) DGU® 2025 hervor, wie das Klinikum mitteilt.