Hip-Hop-Therapie: Kecke Texte stärken seelisch kranke Kinder13. Juli 2018 Foto: © adrenalinapura – Fotolia.com Ein pupsendes Einhorn, der Toastbrot-Song, ein Text über den Teufelskreis, der gefangen hält – mit kecken Raps, Hip-Hop-Klängen und Videos zeigen seelisch kranke Kinder, was in ihnen steckt. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden veranstaltet für ihre jungen Patienten jedes Jahr einen Hip-Hop-Kurs. Für den Workshop arbeitet die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie mit einem Dresdner Rap-Trio zusammen, das aus dem früheren Duo KapuDDniks hervorgegangen ist. „Durch das kreative Arbeiten mit Profis schaffen die Kinder und Jugendlichen etwas Besonderes, von dem viele gesunde Gleichaltrige nur träumen. Das schafft Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen“, sagte Prof. Veit Rößner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Zwei Wochen kreative Arbeit, ausprobieren, texten, musizieren, die Krankheit und Sorgen vergessen – dieses Ziel verfolgt der Hip-Hop-Workshop. Bis zu zehn Patienten im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren nehmen daran teil. Zusammen mit den Profis texten sie und nehmen die Texte als Raps im Studio auf. Die Texte sollen helfen, die eigenen Erlebnisse zu verarbeiten, und unterstützen den Verarbeitungsprozess. Dabei spüren die Jugendlichen, dass sie in der kreativen Arbeit nicht auf ihre Krankheit reduziert werden und erfahren auf diese Weise, was alles Positives in ihnen steckt. Dem Rap-Trio ist es in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sehr wichtig, als gleichberechtigte Künstler miteinander zu arbeiten. Das typische Therapeuten-Patienten-Verhältnis soll in dem Workshop nicht aufkommen. Der Hip-Hop-Workshop findet seit 2012 einmal im Jahr statt. „Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in dem Workshop hat einen großen therapeutischen Mehrwert“, erklärte Rößner. „In den zwei Wochen entwickeln sich eine starke Gruppendynamik, neue Freundschaften, neues Selbstvertrauen und großer Enthusiasmus.“ Auch deshalb sieht die Klinikleitung den Hip-Hop-Workshop wie auch den im Herbst stattfindenden Zirkusworkshop durchaus als Element einer Therapie an. Dennoch werden solche Angebote nicht von den Krankenkassen finanziert. Deshalb ist die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie auf Spenden angewiesen.
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