Hippokrates alle Ehre gemacht: Andrea Huth für Einsatz in Tansania ausgezeichnet

Dr. Andrea Huth und der sachsen-anhaltinische Wirtschaftsminister Prof. Armin Willingmann. Foto: Arvid Rostek/Fotostelle UK Halle

Die Augenärztin  Dr. Andrea Huth und der Neurologe Dr. Ole Hensel von der Universitätsmedizin Halle (Saale) sind mit der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden

Dr. Andrea Huth und Dr. Ole Hensel haben einiges gemeinsam: Sie sind Ärzte am Universitätsklinikum Halle (Saale), sie engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Ausland – Dr. Huth in Tansania und Dr. Hensel in Nepal – und sie haben beide nun für diesen langjährigen Einsatz die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt erhalten. Überreicht wurde die Auszeichnung von Prof. Armin Willingmann, Landesminister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung.

„Es hat mich sehr überrascht, ausgewählt worden zu sein, denn für mich ist es gar nicht so besonders. Ich habe die Fähigkeit und die persönliche Freiheit, anderen beispielsweise durch Operationen zu helfen und setze mich gerne ein. Mir wurde richtig warm ums Herz, dass meine Arbeit so gewürdigt wird“, sagte Huth. Diese Arbeit sei aber nicht möglich ohne die Unterstützung, die sie von vielen dafür erhalte, ergänzte sie. Und Hensel meinte: „Es zeigt, dass das, was wir machen, anerkannt wird. Obwohl es Menschen gibt, die noch viel mehr machen als ich.“

Willingmann betonte: „Das Engagement von Frau Dr. Huth und Herrn Dr. Hensel ist ebenso großartig wie beispielhaft. Wer Freizeit opfert, eigenes Geld einsetzt und Verantwortung übernimmt, um Menschen in Entwicklungsländern zu helfen, macht Hippokrates alle Ehre und verdient unseren größten Respekt. Mit der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt wird dieses besondere Engagement gewürdigt.“

Gekle: “Es ist schön, solche engagierten Menschen bei uns zu haben”
Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Michael Gekle, schloss sich diesen Worten an: „Es ist eine Auszeichnung des langjährigen ehrenamtlichen Engagements und wir freuen uns, dass das Land dieses mit der Ehrennadel würdigt. Es ist schön, solche engagierten Menschen und fähigen Ärzte wie Dr. Huth und Dr. Hensel bei uns zu haben, die mit ihrer Hilfe im Ausland in gewisser Weise auch die halleschen Universitätsmedizin repräsentieren.“

Huth, Oberärztin der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, ist seit 2009 im Verein „Vision für Puma“ aktiv. Puma ist eine Stadt in Tansania, etwa 400 Kilometer vom Flughafen Kilimandscharo entfernt, auf etwa 1500 Meter Meereshöhe gelegen. Das afrikanische Land ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland und hat rund 57,3 Millionen Einwohner. „Im gesamten Land Tansania gibt es etwa ein bis zwei Augenärzte pro eine Million Einwohner. Im Vergleich dazu stehen in Deutschland durchschnittlich 82 Augenärzte pro eine Million Einwohner zur Verfügung; alleine in Sachsen-Anhalt sind etwa 250 Augenärzte aktiv“, verdeutlichte Huth die schwierige Versorgungslage in Tansania. Hinzu komme, dass sich die Augenärzte in den größeren Städten Tansanias konzentrieren und die Landbevölkerung keinen Zugang zur augenärztlichen Versorgung habe.

Huth fährt etwa einmal pro Jahr für zwei Wochen nach Tansania – in ihrer Urlaubszeit. Auch Material bringt sie häufig selbst mit. Vor Ort operiert sie mit ihrem Team und dem lokalen Personal dann zumeist Katarakte. „Eine gut therapierbare Erkrankung, die aber mangels Behandlung in Ländern wie Tansania zur Erblindung der Menschen führt. Es ist unheimlich zufriedenstellend, wenn man sieht, was man erreichen kann“, sagte Huth über das augenärztliche  Engagement in Entwicklungsländern, das sich über den Verein „Vision für Puma“ mittlerweile auch auf Myanmar und Burkina Faso ausgeweitet hat. Wichtig seien aber ebenso die Hilfe zur Selbsthilfe– das Anleiten der einheimischen Ärzte – und das Durchhaltvermögen trotz staatlicher Hemmnisse; so habe etwa Tansania die Einfuhrbestimmungen beispielsweise für Medikamente und Material deutlich verschärft. Dies sei für sie jedoch kein Grund, ihr ehrenamtliches Engagement zurückzufahren.

 Quelle: Universitätsmedizin Halle (Saale)