HIV-Infektion und Arzt-Patient-Verhältnis: Warum Patienten ihren Infektionsstatus verschweigen24. August 2023 Foto: © iVazoUSky/stock.adobe.com BARCELONA (Biermann) – Welche Faktoren halten Menschen, die über ihren HIV-positiven Status Bescheid wissen und sich dennoch auf HIV testen lassen, davon ab, ihre Infektion gegenüber Ärzten offenzulegen? Eine in Mosambik durchgeführte Untersuchung gibt Auskunft darüber. Die nun vorgelegte Analyse war eingebettet in eine größere Querschnittsstudie zu von einem Arzt angestoßene Beratung und Testung (PICT) im Hinblick auf HIV. In dieser Untersuchung wurden Patienten von den sie behandelnden Ärzten aktiv nach ihrem HIV-Status gefragt. Patienten, die positiv auf HIV getestet wurden, glich man mit einer Krankenhausdatenbank ab, um diejenigen zu identifizieren, die bereits zuvor positiv getestet worden waren und aktuell oder im Vorfeld behandelt wurden. Die Verfasser der Analyse luden HIV-Infizierte, die ihren Status verschwiegen hatten, zur Teilnahme ein und legten ihnen bei Einverständnis einen Fragebogen vor. Die Wissenschaftler stellten fest, dass 16,1% der Teilnehmer, die während einer PICT-Sitzung positiv getestet wurden, ihren HIV-positiven Status bereits kannten, ihn aber dem jeweiligen Arzt nicht mitteilten. Alle Teilnehmer gaben als Grund für die Geheimhaltung an, dass sie in der Vergangenheit von einem Mediziner schlecht bzw. diskriminierend behandelt worden seien. Weitere Gründe für die Geheimhaltung waren der Wunsch zu wissen, ob sie inzwischen geheilt waren (33,3%), oder der Wunsch, sich wieder in Behandlung zu begeben (23,5%). Von den Befragten gaben 83,9% an, dass sie ihren HIV-Status innerhalb ihres engsten Umfeldes offenbart hätten, während 48,1% laut eigenen Angaben nach ihrer HIV-Diagnose Opfer verbaler oder körperlicher Diskriminierung geworden waren. Bei 46,7% führte ihr HIV-Status zur Beeinträchtigung des Alltags. (ac) Autoren: Fuente-Soro L et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Reasons for non-disclosure of HIV-Positive status to healthcare providers: a mixed methods study in Mozambique Quelle: BMC Health Serv Res 2023;23(1):925. Web: https://doi.org.10.1186/s12913-023-09865-y