Hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung und Schutz vor Atemwegsinfekten16. November 2017 Symbolbild © Valerii Honcharuk – fotolia.com Bei gesunden Kindern zwischen ein und fünf Jahren scheint eine tägliche Supplementierung mit hochdosiertem Vitamin D (2000 IU) die Zahl der Infektionen der oberen Atemwege nicht zu senken, so das Fazit einer aktuellen Studie. Die Autoren raten daher von einer hochdosierten Supplementierung ab. Epidemiologische Studien berichten davon, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel (25-Hydroxyvitamin-D) ein höheres Risiko für Infektionen der oberen Atemwege bedeutet. Studien weisen darauf hin, dass Menschen mit Immunschwäche von einer hochdosierten Vitamin-D-Supplementierung profitieren. Mary Aglipay vom St. Michael’s Hospital in Toronto und ihre Koautoren haben im Rahmen der TARGet Kids!-Studie insgesamt 349 Kinder zwischen 1 und 5 Jahren rekrutiert, die randomisiert 2000 IE/d orales Vitamin D erhielten (Hochdosisgruppe). Gleichzeitig erhielten weitere 354 gleichaltrige Teilnehmer 400 IE/d Vitamin D (Standarddosisgruppe). Die Dauer der Supplementierung betrug mindestens 4 Monate. Primäres Outcome der Studie war die Zahl der labortechnisch bestätigten viralen Infektionen der oberen Atemwege. Die Proben wurden von den Eltern entnommen, die in den Wintermonaten Nasenabstriche durchführten. Zu den sekundären Outcomes zählten die Zahl der Grippeinfektionen, nicht grippalen Infekten, Erkrankungen der oberen Atemwege, die von den Eltern angegeben wurden, die Zeit bis zur ersten Infektion der oberen Atemwege sowie der 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel zum Studienendzeitpunkt. Unter den 703 Teilnehmern, die randomisiert wurden (mittleres Alter 2,7 Jahre, 57,7 % männlich), beendeten 99,4 % die Studie. Die mittlere Zahl an bestätigten Infektionen der oberen Atemwege betrug pro Kind 1,05 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,91–1,19) für die Hochdosisgruppe und 1,03 (95 %-KI 0,90–1,16) für die Standarddosisgruppe. Der Unterschied zwischen den Gruppen lag bei 0,02 (95 %-KI 0,90–0,21) pro Kind. Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Zahl bestätigter Infektionen zwischen den beiden Gruppen (Inzidenz Ratenverhältnis [RR] 0,97; 95 %-KI 0,80–1,16). Es gab auch keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich der medianen Zeit bis zur bestätigte Infektion. Dieser betrug 3,95 Monate (95 %-KI 3,02–5,95 Monate) für die Hochdosisgruppe vs. 3,29 Monate für die Standarddosisgruppe (95 %-KI 2,66–4,14 Monate). Auch die Zahl der berichteten Infektionen unterschied sich nicht signifikant zwischen beiden Gruppen (625 vs. 600; Inzidenz-RR 1,01; 95 %-KI 0,88–1,16). Zu Studienende betrug der Spiegel 48,7 ng/ml (95% -KI 46,9–50,5 ng/ml) in der Hochdosisgruppe und 36,8 ng/ml (95 %-KI 35,4–38,2 ng/ml) in der Standarddosisgruppe. Autoren: Aglipay M et al. Korrespondenz: Mary Aglipay, Department of Pediatrics, St. Michael’s Hospital, Pediatric Research, Toronto, ON, Kanada Studie: Effect of High-Dose vs Standard-Dose Wintertime Vitamin D Supplementation on Viral Upper Respiratory Tract Infections in Young Healthy Children Quelle: JAMA 2017;318(3):245–254. Web: jamanetwork.com/journals/jama