Hochgradige Adipositas: Studienergebnisse stützen Einsatz von Magenbypass, nicht aber vom Magenband4. April 2025 In der By-Band-Sleeve-Studie wurden drei Verfahren der bariatrischen Chirurgie miteinander verglichen. (Foto: © Nadzeya/stock.adobe.com) Laut einer neuen Studie aus den USA stellt der Magenbypass die klinisch beste sowie kosteneffektivste Form der interventionellen Chirurgie bei Menschen mit hochgradiger Adipositas dar. Die By-Band-Sleeve-Studie, gefördert vom National Institute for Health and Care Research (NIHR), wurde von Forschenden der Universität Bristol (Großbritannien) geleitet. Es handele sich um die bisher größte abgeschlossene Studie ihrer Art, erklären die verantwortlichen Wissenschaftler: 1346 Patienten nahmen daran teil, sie wurden in den Jahren 2013 bis 2019 in zwölf britischen Krankenhäusern rekrutiert. Verglichen wurden dabei der Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB) mit zwei anderen Arten der bariatrischen Chirurgie – dem verstellbaren Magenband und der Schlauchmagenbildung (Sleeve). Als die Studie startete, wurden RYGB und Band in Großbritannien und weltweit sehr häufig eingesetzt. Die Sleeve-Operation wurde in den ersten zwei Jahren der Studie häufiger durchgeführt und anschließend in die Studie aufgenommen. Die Forschenden stellten fest, dass die RYGB-Operation für die Patienten am effektivsten ist und drei Jahre nach der Operation das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis im Bereich des britischen National Health Service (NHS) bietet. Sleeve dann, wenn Bypass nicht infrage kommt Chirurgin und Studienleiterin Prof. Jane Blazeby von der Universität Bristol erklärt: „Aufgrund der Studienergebnisse empfehlen wir Patienten, die sich für die bariatrische beziehungsweise metabolische Chirurgie entscheiden, einen Bypass. Die Schlauchmagen-Operation sollte eine sekundäre Option sein, wenn ein Bypass nicht möglich ist. Unsere Evidenz unterstützt das Magenband nicht als Standardbehandlung für Menschen mit hochgradiger Adipositas.“ Blazeby ergänzt: „Dank der intensiven Arbeit aller Studienteilnehmer, Chirurgen, Pflegekräfte und Ernährungsberater verfügen wir nun über zuverlässige Informationen für die Praxis innerhalb des NHS. Die nächste Herausforderung besteht darin, dass die Operationsteams gemeinsam mit Forschenden und Ärzten eine weitere Untersuchung durchführen, die die Operation mit Medikamenten zur Gewichtsreduktion vergleicht. Ziel dabei ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich diese in Bezug auf Gewichtsverlust, Lebensqualität und Kosten gegenüber der Operation vergleichen lassen.“ Prof. Danny McAuley, wissenschaftlicher Direktor der NIHR-Programme, betont: „Adipositas ist eine der größten Herausforderungen weltweit und in Großbritannien. Diese Behandlung wird Leben retten und die Lebensqualität der Patienten verbessern und gleichzeitig ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis für den NHS bieten. Die Ergebnisse der vom NIHR finanzierten Studie liefern wichtige Beweise dafür, dass ein Magenbypass die Lebensqualität britischer Patienten verbessert und Ärzten sowie NHS- und Pflegedienstleistern bei der Auswahl der besten Behandlungsmethoden hilft.“ Stärkere Reduktion von Komorbiditäten mit RYGB Die Studie ergab, dass 68 Prozent (n=276) der Personen, die nach Randomisierung einen Bypass erhielten, nach drei Jahren mindestens 50 Prozent ihres Übergewichtes verloren hatten, verglichen mit nur 25 Prozent (n=97) derjenigen mit einem Magenband und 41 Prozent (n=141) der Patienten mit einem Sleeve. Durchschnittlich verloren die Studienteilnehmer 26,5 Kilogramm an Körpergewicht, einige sogar bis zu 98 kg. Andere Probanden nahmen zu (<10%). Der Magenbypass führte zu einer stärkeren Reduktion von Komorbiditäten wie Bluthochdruck und Diabetes als die beiden anderen Verfahren. Wie die Forschenden berichten, erwies sich der Magenbypass zudem als die kostengünstigste Option, wenn man die Lebensqualität der Patienten anhand eines vom National Institute for Health and Care Excellence (NICE) angewandten britischen Standardkostenschwellenwertes berücksichtigt. Obwohl der Bypass zunächst teurer war, führte er nach drei Jahren im Vergleich zu den beiden anderen Operationen zu einer besseren Lebensqualität und niedrigeren Gesundheitskosten.
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