DOG 2026 Hochrangige Auszeichnungen: DOG-Ehrenmitgliedschaften und Von-Graefe-Preis25. September 2026 Frank G. Holz (l.) nimmt von DOG-Präsident Lars-Olof Hattenbach den Von-Graefe-Preis entgegen – eine der höchsten Auszeichnungen der Fachgesellschaft. Foto: Schulz/Biermann Medizin Drei hochrangige Auszeichnungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) wurden anlässlich der Eröffnung der 124. Jahrestagung in Berlin verliehen. Die Fachgesellschaft ernannte ihre neuen Ehrenmitglieder und vergab den Von-Graefe-Preis. Die Ehrenmitglieder 2026 der DOG sind Prof. Anat Loewenstein aus Tel Aviv (Israel) und Prof. Norbert Pfeiffer aus Mainz. Mit dem Von-Graefe-Preis, der alle zwei Jahre für besonders herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben wird, würdigte die DOG die Forschungsarbeiten von Prof. Frank G. Holz, seit 2003 Direktor der Universitätsaugenklinik Bonn. Die Laudationes hielt jeweils DOG-Präsident Prof. Lars-Olof Hattenbach (Ludwigshafen). Verbindungen geschaffen, Verantwortung übernommen Das wissenschaftliche Wirken des international führenden Retinologen Holz, so der DOG-Präsident, zeichne sich insbesondere durch die Verbindung von Grundlagenwissenschaft, Diagnostik, klinischer Forschung und therapeutischer Translation aus. All dies seien Merkmale, die für die moderne universitäre Augenheilkunde von grundlegender Bedeutung seien. Der spezielle Fokus seiner Arbeit richte sich auf die Erkrankungen der Makula, vor allem auf die Altersabhängige Makuladegeneration und hier wiederum auf die Geographische Atrophie. Dabei habe Holz schon früh erkannt, dass moderne ophthalmologische Forschung nicht allein innerhalb einer Klinik oder eines einzelnen Labors stattfinden könne. „Sie benötigt Netzwerke, standardisierte Bildauswertung, große Patientenkohorten und internationale Kooperation“, betonte Hattenbach. Darüber hinaus habe sich Holz nie darauf beschränkt, Wissenschaftler und Kliniker zu sein, sondern habe Verantwortung für das Fach Augenheilkunde übernommen, führte Hattenbach weiter aus. So sei Holz beispielsweise Präsident der EURETINA (2020/21) und DOG-Präsident (2007/08) gewesen. Weiterhin sei er Mitglied des Geschäftsführenden DOG-Präsidiums, Mitglied der Makulakommission von DOG und BVA, wissenschaftlicher Beirat von Pro Retina, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Auge der DOG und Mitglied der Programmkommission der AAD. Damit, so Hattenbach, habe Holz Strukturen aufgebaut, Menschen zusammengebracht und die Entwicklung des Faches weit über die eigene Klinik hinaus mitgestaltet. Dies entspreche in hohem Maße dem Grundgedanken des Preises, denn: Der Namensgeber Albrecht von Graefe, Gründer der DOG, stehe von Anbeginn an für eine Augenheilkunde, in der wissenschaftliche Erkenntnis, klinische Exzellenz und Verantwortung für das Fach auf das Engste miteinander verbunden seien. Anat Loewenstein: Prägende Kraft der internationalen Retinologie Eine ebenfalls weltweit führende Kraft auf dem Gebiet der Netzhauterkrankungen und der retinalen Bildgebung ist die Retinologin Loewenstein. Besonders prägend seien ihre Beiträge zur Weiterentwicklung moderner OCT-basierter Diagnostik und zur klinischen Etablierung intravitrealer Therapien gewesen, betonte Laudator Hattenbach und verwies darauf, dass Loewenstein aktuell zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten in der Ophthalmologie weltweit gehöre. DOG-Präsident Lars-Olof Hattenbach überreicht Anat Loewenstein die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft. Foto: Schulz/Biermann Medizin Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit engagiere sich Loewenstein in herausragender Weise in internationalen Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Netzwerken. So sei sie unter anderem seit 2011 Mitglied des EURETINA-Vorstandes sowie EURETINA-Past-Präsidentin (2024/25). In dieser Funktion habe sie nicht nur die internationale Zusammenarbeit der Retinaforschung sowie die Weiterentwicklung klinischer Standards in Europa maßgeblich geprägt, sondern sich auch über viele Jahre in vielfältiger Weise kontinuierlich um die DOG verdient gemacht hat. Loewenstein zeichne sich des Weiteren durch fachliche Autorität, strategische Weitsicht und eine ausgeprägte kollegiale Offenheit aus. In ihrem Wirken, so der DOG-Präsident, vereinten sich wissenschaftliche Exzellenz, klinische Kompetenz und menschliche Zugewandtheit. Vor allem dies habe in besonderer Weise ihre Nominierung zur DOG-Ehrenmitgliedschaft begründet. Norbert Pfeiffer: Forscher, Lehrer und Lenker Das wissenschaftliche Werk des neuen DOG-Ehrenmitglieds Pfeiffer ist eng mit der modernen Glaukomforschung verbunden. Seine Arbeiten, so DOG-Präsident Hattenbach, hätten wesentliche Beiträge zum Verständnis der Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung geleistet und damit wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der klinischen Versorgung gegeben. Einer der von ihm gesetzten Meilensteine sei die Gutenberg Gesundheitsstudie. Norbert Pfeiffer (l.) erhält von Laudator und DOG-Präsident Lars-Olof Hattenbach die Ehrennadel. Foto: Schulz/Biermann Medizin Bemerkenswert sei zudem Pfeiffers Engagement als akademischer Lehrer. Über viele Jahre hinweg habe er Generationen von Ärzten ausgebildet und wissenschaftlich begleitet. Viele von diesen hätten heute selbst verantwortliche Positionen in Klinik und Wissenschaft inne. Neben seinen fachlichen Leistungen werde Pfeiffer ganz besonders auch für seine herausragende Persönlichkeit geschätzt. Sein Wirken sei geprägt von intellektueller Klarheit, wissenschaftlicher Integrität und einer ausgeprägten kollegialen Haltung, unterstrich der Laudator. Ebenso verwies Hattenbach darauf, dass Pfeiffer nicht nur langjähriger Direktor der Mainzer Universitäts-Augenklinik (1996-2025) gewesen sei, die er zu einer universitären Einrichtung mit internationaler wissenschaftlicher Sichtbarkeit entwickelt habe. Pfeiffer habe zudem insgesamt 14 Jahre lang das Universitätsklinikum Mainz als Vorstandsvorsitzender geleitet. Dabei habe er die Universitätsmedizin nicht nur verwaltet, sondern gestaltet – bis hin zu einem Neubaukonzept mit einem Milliardenbudget. Persönliche Worte Abschließend fügte Hattenbach ein ganz persönliches Dankeswort an. Seinen Kollegen Pfeiffer kenne er bereits seit der Assistentenzeit, erinnerte er. Schon damals sei er ihm ein Vorbild gewesen: klinisch, ethisch und rhetorisch – insbesondere letzteres habe stets dazu beigetragen, dass Pfeiffer nicht nur Wissen, sondern auch Haltung vermittelt und Maßstäbe gesetzt habe. Für ihn – Hattenbach – sei Pfeiffer einer jener Menschen, die den Anspruch an sich selbst als Arzt geprägt hätten. „Die DOG ist die Gesellschaft, die mich seit meinen ersten Schritten in der Wissenschaft begleitet hat“, unterstrich Pfeiffer. Er hätte es sich in seinen Anfangsjahren nie vorstellen können, jemals Ehrenmitglied der DOG zu werden. Ehrenmitglieder seien für ihn – aus Assistenzarztsicht – „große Namen und alte Männer“ gewesen. Augenzwinkernd fügte er an: „Wenn man dann selbst geehrt wird, weiß man, was die Stunde geschlagen hat.“ Als Hattenbach ihn angerufen und ihm die DOG-Ehrenmitgliedschaft angetragen habe, hätte er zunächst einmal „ins Telefon hineinschweigen“ müssen, gab Pfeifer zu und lachte: „Ich glaube, ich habe eine Extrasystole bekommen.“ (dk/BIERMANN)
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