Hochschule Hannover entwickelt Virtual Reality Lernumgebung für medizinische Notfälle12. Juni 2019 Das Projektkonsortium fokussiert: Mit VR/AR lernen, wie man Leben rettet. (Foto: © Lukas Lehmann, Bearbeitung Leonard Flock) Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sind für beinahe jeden zweiten Todesfall in Deutschland verantwortlich. Auch im Rettungsdienst und in Notaufnahmen von Kliniken bewirken Patienten mit diesen Erkrankungsgruppen die häufigsten Anlässe für Einsätze. Die notwendige frühzeitige Diagnostik und Versorgung schwerer Verläufe kann bisher nur ausschnittsweise, stark abstrahiert und separat in den einzelnen Ausbildungsberufen entlang der Notfallversorgungskette trainiert werden. Ein nationaler Zusammenschluss von Fachkräften aus den Bereichen Medien, Technologie sowie Rettungsdienst und Notfallpflege erforscht innovative Lösungen für die berufliche Bildung. Bis zum Ende des Projekts (2022) werden in einer kollaborativen Lern- und Trainingsumgebung komplexe, realitätsnahe Entscheidungssituationen geschaffen. Dazu werden haptische Trainingsgruppen mit einer dynamisch-veränderlichen Darstellung aller Leitsymptome durch Virtual Reality (VR) genutzt. Notfallpflegekräfte und Rettungsfachpersonal trainieren gemeinsam durch interprofessionelle Lernarrangements. Die Versorgung schwerer Notfallsituationen erfordert eine umfassende berufliche Handlungskompetenz und interprofessionelle Zusammenarbeit, beispielsweise zwischen Rettungsdienst und Notfallpflege. Traditionelles Simulationstraining unter Nutzung von Simulationsgruppen bildet Symptome nicht hinreichend ab. Zudem lässt sich das interprofessionelle Training nicht praktikabel umsetzen. Umgekehrt erlauben bestehende, nicht haptische VR-Simulationen es nicht, wichtige manuelle Fertigkeiten zu trainieren. Im Projekt ViTAWiN wird durch einen interdisziplinären Zusammenschluss eine Mehrbenutzer-Virtual Reality/Augmented Reality (AR)-Simulationsumgebung entwickelt, erprobt und umfassend evaluiert. Dies geschieht auf der Basis eines auf die Bildungsbedarfe der Zielgruppen und auf die Bildungsgänge ausgerichteten didaktischen Designs und einer Strategie zur Integration neuer Medien in die Bildungspraxis. Durch die Symbiose von VR- und AR-Technologien wird eine hoch interaktive, immersive, kollaborative, multisensorische und dreidimensional-navigierbare Trainings- und Lernumgebung realisiert. Die realitätsnahen und verräumlichten 3D-Darstellungen in VR-/AR-Umgebungen knüpfen unmittelbar an berufliche Alltagserfahrungen an. Dadurch sind sie in hohem Maße authentisch und kontextbezogen. Projektpartner bei ViTAWiN sind: • die Hochschule Hannover, Fak. IV – Wirtschaft und Informatik, Abt. Informatik (Koordination, Technologieforschung) • das Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, Kaiserslautern (Medien-/Medizindidaktik) • die TriCAT GmbH, Ulm (Technologieumsetzung) • die Malteser Hilfsdienst gGmbH, Bildungszentrum der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, Wetzlar (Bildungspraxis Notfallsanitäter*innen) • der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Johanniter-Akademie, Bildungsinstitut Niedersachsen/Bremen, Hannover (Bildungspraxis Notfallsanitäter*innen) • und die Hanse Institut Oldenburg – Bildung und Gesundheit gGmbH, Oldenburg (Bildungspraxis Notfallpflege)
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