Hodentumoren: Rotkreuzklinikum München mit 13 Krebspatienten deutschlandweit führend bei internationaler Untersuchung2. Dezember 2019 Prof. Dr. Marcus Hentrich. Foto: © Rotkreuzklinikum München Das Rotkreuzklinikum München therapiert nach eigenen Angaben im Rahmen der TIGER-Studie deutschlandweit die meisten Patienten mit Hoden- und anderen Keimzelltumoren. Innerhalb des ersten Jahres, in dem das Team rund um Prof. Dr. Marcus Hentrich, Chefarzt der Inneren Medizin III – Hämatologie und Onkologie, an der internationalen Untersuchung teilnimmt, hat es bereits 13 von 24 deutschen Patienten bereitgestellt. Kern der 2016 international und 2017 in Europa gestarteten Studie ist die Frage, welche Therapie zur Heilung von Hodentumorpatienten nach dem ersten Rückfall nach einer Chemotherapie erfolgreicher ist: die einer weiteren konventionellen Chemotherapie oder die einer hoch dosierten Chemotherapie mit Stammzelltransplantation. Der Test wird weltweit an 420 Patienten durchgeführt, 211 davon wurden bereits behandelt. Insgesamt nehmen 89 Kliniken an der TIGER-Studie teil, 40 in Europa, vier in Australien und 45 in den USA bzw. Kanada. Die Patienten – meistens junge Männer mit Tumoren im fortgeschrittenen Stadium – werden dabei aus dem gesamten südbayerischen Raum zugewiesen. Innerhalb Europas hat nur Mailand mehr Patienten in Behandlung. Bereits in Planungen involviert Hentrich: „Bei der Behandlung dieser Hodentumor- oder Keimzelltumoren handelt es sich um höchst seltene Indikationen – Ziel ist auch nach dem ersten Rückfall immer die Heilung des Patienten. Herausgefunden werden soll, ob eine Hochdosistherapie wirksamer ist als eine konventionelle Chemotherapie. Es gibt Hinweise aus anderen Untersuchungen, dass dies der Fall sein könnte, eindeutig bewiesen ist es aber nicht.“ In Deutschland werden diese Patienten in der Regel mit einer intensiven, d. h. hoch dosierten Chemotherapie und anschließender Stammzelltransplantation behandelt. Die Einteilung der Patienten nach dem Zufallsprinzip mit Zuweisung in einen der beiden Behandlungsarme erfolgt durch die EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer). Bisher verlief die Therapie der 13 Patienten sehr positiv. Als Mitglied einer internationalen Hodentumorarbeitsgruppe hat Hentrich die Planungen der akademischen Studie bereits im Vorfeld mitbegleitet. Studienzentrale unterstützt Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Studie übernimmt auch die Studienzentrale des Rotkreuzklinikums. Sie überwacht die korrekte Durchführung der vorgesehenen Untersuchungen und Tests und unterstützt bei der Dokumentation. Die TIGER-Studie läuft voraussichtlich noch eineinhalb bis zwei Jahre.
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