Höhere Sicherheit für Patienten im Rettungshubschrauber21. September 2020 Abbildung des Alarmhub-Prototypen mit Anbindung an die Interkom-Anlage und den Helm. (Foto: GPP Communication GmbH & Co. KG) In einem Projekt der Hochschule Landshut wurde ein Gerät entwickelt, das die akustischen Alarmsignale von Medizingeräten direkt an die Headsets der Rettungskräfte übermittelt, damit sie diese bei dem hohen Geräuschpegel direkt hören können. Im Rahmen des Projekts SafeAERIAL entwickelten die Projektpartner unter Leitung von Prof. Guido Dietl (Hochschule Landshut) ein Überwachungssystem („Alarmhub“), das eine drahtlose Kommunikation zwischen den medizinischen Geräten und den Headsets der Besatzung herstellt und so die Alarmfunktionen ohne Zeitverzögerung hörbar macht. Fast marktreifer Prototyp Verändert sich die Atem- oder Herzfrequenz eines Patienten, geben die medizinischen Geräte sofort ein Alarmsignal. „Im Hubschrauber ist es allerdings so laut, dass das Rettungsteam diese Signale nicht hört“, erklärt Projektleiter Dietl. Die Lösung des Problems ist ein Alarmmanagementsystem, das die Signale bündelt und an eine dritte Stelle (z. B. eine Intercom-Anlage) weitergibt. „Bislang existiert in Rettungshubschraubern allerdings kein solches System“, so Dietl. Er forschte daher seit Anfang 2018 gemeinsam mit seinem Team an einer Lösung. Das Ergebnis: ein nahezu marktreifer Prototyp eines sogenannten Alarmhubs. Das Gerät sammelt die Alarmsignale über drahtlose Kommunikationsschnittstellen und übermittelt sie über die Intercom-Schnittstelle des Hubschraubers an die Headsets der Rettungskräfte. Dietl ist überzeugt: „Dieser Alarmhub verbessert sowohl die Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal, als auch die Sicherheit der Patienten.“ Entwicklung eines zusätzlichen Adapters Zusätzlich zum Alarmhub entwickelte das Forscherteam einen energiesparsamen Adapter für die drahtlose Bluetooth-Low-Energy-Anbindung aller Medizingeräte, die keine drahtlose Schnittstelle besitzen. Dabei fanden die WissenschaftlerInnen eine intelligente Lösung, wie die benötigte Energie über die Kommunikationsschnittstelle gesammelt und damit keine weitere Energieversorgung benötigt wird. Aufwendige Wartungsarbeiten, zum Beispiel für Batteriewechsel, entfallen somit. Im letzten Arbeitsschritt testete das Forscherteam die Funktionsweise des Alarmhubs im Einsatz und evaluierten die Ergebnisse. Bei dem Projekt arbeitete die Hochschule Landshut mit den Unternehmen GPP Communication, GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple und YOUSE zusammen, die ADAC Luftrettung war als assoziierte Partnerin beteiligt. Das Projekt wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert. Die gesamte Projektsumme liegt bei ca. 700.000 Euro.
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