Höheres Asthmarisiko für Kinder mit Entwicklungsstörungen17. Juni 2020 Foto: © Aliaksandr Marko/Adobe Stock Laut einer neuen Studie besteht für Kinder mit Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen ein höheres Risiko, an Asthma zu erkranken. Unter Verwendung von Daten des National Survey of Children’s Health 2016-2017 untersuchten Wissenschaftler 71.811 Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren. Für die Umfrage wurden Eltern um Auskunft dazu gebeten, ob ihr Kind eine Asthmadiagnose sowie eine oder mehrere Entwicklungsstörungen hatte – einschließlich Verhaltensstörungen, motorische Behinderungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung, Seh-, Hör- oder Sprachstörungen, kognitive Behinderungen oder eine nicht näher bezeichnete Entwicklungsverzögerung. Die Forscher stellten fest, dass die Asthmaprävalenz bei Kindern mit Behinderungen im Vergleich zu ihren sich normal entwickelnden Altersgenossen signifikant höher war. Kinder mit Hörverlust hatten die größte Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken, gefolgt von Kindern mit Zerebralparese und Kindern mit Lernschwierigkeiten. Die Arbeitsgruppe stellte außerdem fest, dass Kinder aus ethnischen Minderheiten im Vergleich zu nicht hispanischen, weißen Altersgenossen eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Doppeldiagnose von Asthma/Behinderung besaßen. „Diese Studie hat gezeigt, dass nicht nur Ärzte oder Kinderärzte sich bewusst sein sollten, dass Kinder mit Behinderungen und Entwicklungsverzögerungen auch andere Gesundheitsprobleme haben können. Auch Schulen, Anbieter außerschulischer und allgemeiner Aktivitäten sollten sich dessen klar sein“, sagte Sarah Messiah, Seniorautorin und Professorin für Epidemiologie, Humangenetik und Umweltwissenschaften an der University of Texas Health School of Public Health in Dallas (USA). „Es ist ebenso wichtig zu verstehen, dass diese Kinder möglicherweise nicht immer in der Lage sind zu kommunizieren, welche Beschwerden sie haben, insbesondere wenn es um Asthma geht.“ Von den sechs Millionen US-amerikanischer Kinder, bei denen ein Asthma diagnostiziert wird, fehlt fast die Hälfte regelmäßig aufgrund der Erkrankung in der Schule. Fehlzeiten in der Schule haben schlechte schulische Leistungen zur Folge, was oft als Kennzeichen einer Lernschwäche angesehen wird. Die Studie verdeutlicht laut ihren Autoren, wie schwierig, aber auch wichtig es ist, die Bildungsbedürfnisse von Schülern mit einer Diagnose zu erfüllen. Auch ein gutes Krankheitsmanagements sei wichtig, da es letzten Endes auch Konsequenzen für den akademischen Erfolg des Kindes habe. „Sowohl Asthma als auch Behinderungen bei Kindern sind wichtige Determinanten für Fehlzeiten in der Schule, mit dem daraus resultierenden Risiko von Verzögerungen in der Ausbildung. Wird ein Asthma rechtzeitig erkannt und frühzeitig behandelt, kann dies die Auswirkungen auf die Lebensqualität und Zahl verpasster Schultage verringern“, erklärt George Delclos, Mitautor und Professor für Epidemiologie, Humangenetik und Umweltwissenschaften an der School of Public Health. „Diese Ergebnisse untermauern die Empfehlung von Kinderärzten, bei Kindern mit Behinderungen nach Asthma zu suchen, damit man früher eingreifen kann. Dieses Screening ist besonders wichtig Kindern aus ethnischen Minderheiten mit Behinderungen, da bei diesen das Risiko noch größer ist“, betont Marcus M. Key von Delclos vom Stiftungslehrstuhl für Arbeits- und Umweltgesundheit der University of Texas Health School of Public Health, der an der Studie nicht beteiligt war.
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