Höheres Risiko bei der radikalen Zystektomie für übergewichtige und adipöse Patienten

Adipositas – auch ein Nachteil bei einer Blasenentfernung. Foto: Jürgen Fälchle – stock.adobe.com

Übergewichtige und adipöse Patienten sind bei der radikalen Zystektomie im Vergleich zu Patienten mit normalem Body Mass Index (BMI) einem erhöhten Risiko für Komplikationen ausgesetzt. Dies zeigt eine Datenanalyse aus Kanada.

Die Autoren um Louise Catherine McLoughlin vom St. James’s Hospital in Dublin, Irland, entnahmen die Daten von 589 Patienten dem Canadian Bladder Cancer Information System, einem prospektiven Register über 14 akademische Zentren. Sie verglichen die Häufigkeit perioperativer Komplikationen (≤90 Tage) in den BMI-Subkategorien.

Die Wissenschaftler fanden perioperative Komplikationen bei 51 normalen (30%), 97 übergewichtigen (43%) und 85 adipösen (43%) Patienten (p=0,02). Der BMI war unabhängig mit der Entwicklung von Komplikationen assoziiert (OR 1,04; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,01–1,07). Das prognostizierte Komplikationsrisiko begann über einem BMI-Schwellenwert von 34 kg/m2 beständig zu steigen. Sowohl übergewichtige (OR 2,00; 95%-KI 1,26–3,17) als auch adipöse (OR 1,98; 95%-KI 1,24–3,18) Patienten hatten ein erhöhtes Komplikationsrisiko im Vergleich zu Patienten mit normalem BMI.

Als Schlussfolgerung schlagen die Autoren vor, den BMI-Schwellenwert von 34 kg/m2 für prähabilitative Behandlungsstrategien zu nutzen.

(ms)