Hörverlust bei Kindern: Daten aus Langzeitstudie „Generation R“27. Februar 2018 Foto: © Africa Studio – Fotolia.com Eine aktuelle Studie niederländischer Otolaryngologen stellt die Prävalenz des sensorineuralen Hörverluts bei Kindern dar. Als Risikofaktoren identifizierten die Mediziner das Auftreten einer Mittelohrentzündung und niedrige Bildung der Mutter. Hörverlust gehört weltweit zu den am häufigsten auftretenden Einschränkungen und hat immense Auswirkungen auf das persönliche wie auch das berufliche Leben. Um die Prävalenz des sensoneurinalen Hörverlusts (SNHL) innerhalb einer populationsbasierten Kohorte 9- bis 11-jähriger Kinder darzustellen, führten niederländische Otolaryngologen eine Studie unter Berücksichtigung der potenziellen Zusammenhänge zwischen angeblichen Risikofaktoren und SNHL im frühen Kindesalter durch. Die aktuell veröffentlichte Arbeit ist eine Querschnittuntersuchung im Rahmen der „Generation R“-Studie und fand in einem nicht klinischen Rahmen in der pädiatrischen Population Rotterdams statt. Diese Langzeitstudie bildet den Gesundheitszustand von der Lebensphase des Fötus bis zum Erwachsenenalter ab. Die Kinder wurden im Zeitraum zwischen April 2002 und Januar 2006 geboren. Zur Evaluierung des Hörvermögens wurde eine Reintonaudiometrie über Luftleitung bei 0,5, 1, 2, 3, 4, 6 und 8 kHz vorgenommen und an beiden Ohren eine Tympanometrie durchgeführt. Demografische Faktoren sowie von den Eltern erhobene Daten aus Fragebögen (inklusive Fallgeschichten von Mittelohrentzündungen) wurden ebenso berücksichtigt und fanden Einzug in die Auswertung. Die audiometrischen Untersuchungen wurden von insgesamt 5368 Teilnehmern (Durchschnittsalter 9,9 Jahre, 2.720 Mädchen, 3.627 ethnische Kaukasier) abgeschlossen. Die meisten der Teilnehmer (4426 Kinder, 82,5 %) zeigten eine normale Hörschwelle von 15 dB oder weniger auf beiden Ohren. Innerhalb der Kohorte wurden 418 Kinder (7,8 %) mit SHNL diagnostiziert, da sie im Tieffrequenz-Audiogramm eine Hörminderung von ≥16 dB aufwiesen oder eine Hörminderung bei höheren Frequenzen festgestellt wurde. Nach multivariabler Analyse wurde das Auftreten einer Mittelohrentzündung (Chancenverhältnis 2,0; 95 % Konfidenzintervall, 1,5-2,8) sowie eine niedere Bildung der Mutter (Chancenverhältnis 1,4; 95 % Konfidenzintervall, 1,1-1,7) als mit SNHL im Alter zwischen 9 und 11 Jahren in Zusammenhang stehend dokumentiert; diese Umstände bilden nach Ansicht der Autoren unabhängige Risikofaktoren für SNHL im Kindesalter. (am) Quelle: le Clercq et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2017 Sep 1;143(9):928-934.
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