Vulvakarziom: Hoffnung auf zielgerichtete Therapien und Impfstoffe21. März 2017 © Sherry Young – Fotolia.com In den vergangenen Jahren gab es nur wenige Studien zum Vulvakarzinom, lautet ein Ergebnis eines neuen Reviews. Die gegen regulatorische Moleküle des Zellzyklus und extrazelluläre Proteine gerichtete Therapie und die Hemmung der Angiogenese seien beim Plattenepithelkarzinom der Vulva (VSCC) von breiter therapeutischer Relevanz, schreibt das Autorenteam um A. A. Clancy von der University of Ottawa. Die Wissenschaftler schlagen vor, therapeutische Strategien zu erforschen, die auf behandelbare Mutationen abzielen. Beim HPV-assoziierten VSCC sollten neuartige Therapien, die sich die Virologie von HPV zunutze machen und/oder die Immunresponse des Wirtes verstärken, weiter erforscht werden. Das Team um Clancy hatte sich dem Thema gewidmet, da die Inzidenz des VSCC seit den 1990er Jahren steigt. Seit Jahrzehnten habe es keine neuen Therapien gegeben, die meisten Frauen erlägen der Erkrankung. Auch wenn es 2 unterschiedliche Ätiologien des VSCC gebe – die HPV-assoziierte und die HPV-unabhängige Erkrankung – bestehe bei den therapeutischen Optionen kein Unterschied. Clancy und Kollegen berichten, dass aktuelle Fortschritte beim Verständnis der Molekularbiologie des VSCC Einblick in das künftige Management des VSCC mit molekular zielgerichteten Therapien bieten. Wie die Autoren ferner berichten, sei eine anomale Zellzyklus-Aktivität sowohl beim HPV-assoziierten als auch HPV-unabhängigen VSCC weit verbreitet und durch eine Überexpression von p53, Rb und Cyclin D1 charakterisiert. Dies stütze das Abzielen auf diese Proteinprodukte und ihre nachgeschalteten Signalwege. Die extrazellulären Regulatoren der zellulären Aktivität – wie EGFR – sowie Inhibitoren der Angiogenese würden beim VSCC klinisch evaluiert. Das HPV-unabhängige VSCC sei durch behandelbare Mutationen charakterisiert, darunter PI3K, CDKN2A und PTEN, so die Autoren. Bei der HPV-assoziierten Erkrankung befänden sich therapeutische Impfstoffe, die auf die HPV-Onkogene E6 und E7 abzielen, sowie immunbasierte Therapien in der Erforschung. Autoren: Clancy AA et al. Korrespondenz: Dr. Johanne I. Weberpals; [email protected] Studie: The forgotten woman‘s cancer: vulvar squamous cell carcinoma (VSCC) and a targeted approach to therapy Quelle: Ann Oncol 2016;27(9): 1696–1705. Web: dx.doi.org/10.1093/annonc/mdw242