Hofmeister: “Ambulante Versorgung 24/7? Wir können das!”10. Dezember 2019 Illustration: © vegefox.com – stock.adobe.com Gut aufgestellt für die künftige Sicherung der ambulanten Versorgung sieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Selbstverwaltung der Vertragsärzte. „Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) sichern die ambulante Versorgung 24/7. Wir können das! Wir brauchen dazu weder einen dritten Sektor noch eine Öffnung der Krankenhäuser“, lautete das Fazit von Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender, auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin.Patienten-Navi für ein neues ZeitalterAls ein Beispiel, bei dem die KBV das Heft des Handelns auch bei der Digitalisierung in die Hand genommen habe, nannte Hofmeister das medizinische Ersteinschätzungsprogramm SmED. Es steht ab dem kommenden Jahr allen Patienten unter der Servicenummer 116117 zur Verfügung. „Das ist revolutionär! Es ist weltweit einzigartig, einen solchen Service, den die KVen dann sukzessive anbieten werden, flächendeckend für die ganze Bevölkerung bereitzustellen,“ stellte er fest. Dabei erhalten Versicherte, die akut medizinische Hilfe suchen, direkt am Telefon eine klare Handlungsempfehlung über Ort und Zeit einer weiteren Behandlung. Mit diesem „Patienten-Navi“ habe die KBV ein Leitsystem entwickelt, mit dem der erste Schritt hin zu einer Patientensteuerung nach belastbaren medizinischen Kriterien getan ist. „Wir heben damit die Sicherstellung der medizinischen Versorgung – nicht nur technisch – in ein neues Zeitalter“, erklärte Hofmeister. “Schau’n wir mal” … zu riskant für Patienten und PraxenDer Gesetzgeber verstehe Digitalisierung dagegen als „iterativen Prozess“, bei dem man Schritt für Schritt vorangehe – das aber, „so schnell wie möglich! Das Thema Gesundheit ist zu wichtig, um nach der Devise ‚Schau’n wir mal, dann seh’n wir schon‘ zu verfahren“, betonte Hofmeister. Den Praxen könne nicht zugemutet werden, bestimmte Vorgaben mit engen Fristen umzusetzen, wenn es nach einem Jahr oder einem halben aus der Politik heiße, „Ach, klappt so nicht, machen wir doch anders“. Auch für die Patienten berge ein solches Vorgehen erhebliche Risiken. Selbst bestimmen, was delegierbar istIn seiner Rede ging Hofmeister auch darauf ein, bestimmte ärztliche Tätigkeiten an medizinisches Fachpersonal abzutreten: „Aufgaben zu delegieren kann absolut sinnvoll sein. Sorgen, dass Ärztinnen und Ärzte ersetzt werden könnten, sind unbegründet – einfach, weil sie nicht ersetzbar sind. Weder durch Künstliche Intelligenz noch durch andere Berufe. Wichtig ist, dass wir selbst schauen, welche Aufgaben delegierbar sind und welche nicht. Eine Substitution, also die Delegation nicht nur der Aufgabe, sondern auch der therapeutischen Verantwortung, lehnen wir hingegen konsequent ab.“ Achtung “brain drain”!Kritisch betrachtete Hofmeister das Abwerben von Fachkräften aus dem Ausland. „Einem anderen Land die Jugend wegzunehmen, die dort ausgebildet wurde und dringend im heimischen Gesundheitswesen benötigt wird, das geht gar nicht!“, sagte er. Nur wenn Menschen in ihrem Heimatland selbst keine Chance hätten, eine gute Ausbildung und einen vernünftigen Job zu bekommen, sei es vertretbar diese Leute – sofern sie das möchten – auch nach Deutschland zu holen und hier auszubilden. „Aber bitte nur, wenn sie hier auch eine langfristige Zukunftsperspektive haben!“, so Hofmeister. Quelle: KBV
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Gängige Augensalben können Implantate schädigen" Weiterlesen nach Anmeldung Glaukom: Gängige Augensalben können Implantate schädigen Anhand klinischer und experimenteller Belege zeigt eine neue Studie der Nagoya-Universität, Nagoya, Japan, dass Augensalben auf Petrolatum-Basis das Implantat Preserflo®-MicroShunt beeinträchtigen können.
Mehr erfahren zu: "Demenz vorbeugen: Warum Hörgerät und Brille wichtig fürs Gehirn sind" Demenz vorbeugen: Warum Hörgerät und Brille wichtig fürs Gehirn sind Was haben Hörgerät und Brille mit Demenzprävention zu tun? Mehr, als viele denken. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI) zeigt, warum unbehandelte Hör- und Sehschwächen das Demenzrisiko erhöhen können – […]
Mehr erfahren zu: "Biosensoren: Mit leuchtenden GPCRs Licht ins Dunkel bringen" Biosensoren: Mit leuchtenden GPCRs Licht ins Dunkel bringen Einem Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz ist es gelungen, erstmals in lebenden Zellen zu beobachten, wie G-Protein-gekoppelte Rezeptoren auf Wirkstoffe reagieren.