Hohe Ein-Jahres-Mortalität bei schwerer rechtsventrikulärer Dysfunktion7. Juli 2020 © peterschreiber.media – stock.adobe.com Die Kardiologin Dr. Ratnasari Padang von der Mayo Clinic (USA) und ihre Kollegen untersuchten mit ihrer neuen Studie die Eigenschaften, Ursachen und das Überleben bei Patienten mit schwerer rechtsventrikulärer Dysfunktion (RVD). Dabei fanden sie heraus, dass die 1-Jahres-Mortalität von Patienten mit einer schweren RVD nicht nur hoch (ca. 40%), sondern auch von der Ursache der RVD abhängig ist. Linksseitige Herzerkrankungen stellten sich als die häufigste Ursache für eine schwere RVD heraus und die Prognose war durch das Vorliegen von chronischen Lungenerkrankungen (CLD) am schlechtesten. Im Rahmen der retrospektiven Studie wurden Patienten mit schwerer RVD eingeschlossen, die per transthorakaler Echokardiographie (TTE) diagnostiziert wurden. Eine vorherige Herzoperation, mechanische Hilfsmittel und angeborene Herzerkrankungen waren Ausschlusskriterien. Der primäre Endpunkt war die Gesamtmortalität. Bei 64.728 TTE-Patienten lag die Prävalenz von mindestens leichtem RVD bei 21%. Die Forscher konzentrierten sich auf eine Kohorte von 1299 (4%) Patienten mit schwerer RVD deren Alter 64 ±16 Jahre betrug und von denen 61% männlich waren. Die häufigsten Ursachen für eine schwere RVD waren linksseitige Herzerkrankungen (46%), thromboembolische pulmonale Erkrankungen (18%), CLD/Hypoxie (17%) und pulmonal arterielle Hypertonie (PAH; 11%). Nach 2 ±2 Jahren Nachbeobachtungszeit traten 701 Todesfälle auf, 66% davon innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose. Die Gesamt-Überlebenswahrscheinlichkeit nach 1 und 5 Jahren betrugen für die gesamte Kohorte 61% [95%-KI 58–64%] bzw. 35% (95%-KI 31–38%). Bei linksseitigen Herzerkrankungen betrugen die 1- und 5-Jahres-Überlebensraten 61% (95%-KI 57–65%) bzw. 33% (95%-KI 28–37%); bei PAH 76% (95%-KI 68–82%) bzw. 50% (95%-KI 40–59%), bei thromboembolischen Erkrankungen 71% (95%-KI 64–76%) bzw. 49% (95%-KI 41–58%) und bei CLD 42% (95%-KI 35–49%) bzw. 8% (95%-KI 4–15%) (Log-Rank p<0,0001). Auch das Vorhandensein einer mindestens moderaten Trikuspidalklappenregurgitation deutete auf ein schlechteres Überleben bei schwerer RVD hin. Fazit Die einjährige Mortalität von Patienten mit schwerer RVD war hoch (ca. 40%) und von der Ätiologie der RVD abhängig. Linksseitige Herzerkrankungen sind die häufigste Ursache für schwere RVD; die Prognose war bei CLD am schlechtesten. (sh) Autoren: Padang R et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Aetiology and outcomes of severe right ventricular dysfunction Quelle: Eur Heart J 2020;41(12):1273–1282. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa037