Hohe Versorgungsqualität und starke Forschung an deutschen Hautkliniken10. Februar 2026 © Jacob Lund – stock.adobe.com (Symbolbild) Deutsche Hautkliniken verbinden eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung mit exzellenter Forschung und einer starken akademischen Nachwuchsförderung. Themen, denen sich auch die nächste KoPra-Tagung widmet. Was die besonderen Stärken des Standorts Deutschland sind, wie sektorenübergreifende Zusammenarbeit die hohe Versorgungsqualität stärkt und was notwendig ist, um diese Position langfristig zu sichern, diskutieren Expertinnen und Experten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD) auf der gemeinsamen Online-Pressekonferenz am 24.02.2026 zum Auftakt der DERMATOLOGIE kompakt + praxisnah KoPra. Die Tagung findet vom 26.–28.02.2026 in Leipzig statt. In Deutschland gibt es eine hohe Prävalenz von Hautkrankheiten. Die über 6000 Dermatologen, die als Niedergelassene oder an Kliniken tätig sind, versorgen pro Jahr etwa 21 Millionen Menschen mit Hauterkrankungen. Dieser Bedarf an dermatologischer Behandlung wird weit überwiegend ambulant gedeckt. Die Anzahl der aufgrund ihres Schweregrades stationär zu behandelnden Menschen mit Hautkrankheiten ist jedoch beträchtlich und die Breite des Faches mit Teilgebieten wie der Dermatoonkologie, Allergologie, Phlebologie und Dermatohistopathologie erfordert umfassende Fachkenntnis. „Insofern ist die Dermatologie keinesfalls ein kleines Fach, was vielfach angenommen wird“, betont Prof. Mark Berneburg, Tagungspräsident und Präsident der DDG. An den insgesamt 115 Hautkliniken, zu denen Universitätskliniken und nicht universitäre Hautkliniken gehören, werden vor allem die besonders schweren Erkrankungen behandelt. Eine Besonderheit hierzulande ist, dass an den Hautkliniken Betten für bestimmte Patientengruppen bereitstehen. „Obwohl in der Dermatologie vieles ambulant geregelt werden kann, ist es bei schweren allergischen und entzündlichen Hautreaktionen, Autoimmunerkrankungen der Haut, Hauttumoren, bestimmten Infektionserkrankungen sowie chronischen Wunden zwingend indiziert, dass wir diese Patientinnen und Patienten stationär betreuen“, betont Berneburg. Hohe Versorgungsqualität Die Versorgungsqualität in deutschen Hautkliniken ist insgesamt sehr hoch. Charakteristisch sind eine flächendeckende klinische Infrastruktur und eine ausgeprägte Subspezialisierung – etwa in der Dermatoonkologie, Allergologie, Immundermatologie, operativen Dermatologie oder der pädiatrischen Dermatologie, was sich auch positiv auf die dermatologische Weiterbildung auswirkt. „Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten sehen an unseren Kliniken sehr viele, auch schwere dermatologische Erkrankungen. Das sorgt für eine große Expertise und zeugt von einem hohen Ausbildungsstand“, erklärt Berneburg, der als Direktor die Klinik und Poliklinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Regensburg leitet. Evidenzbasierte Leitlinien, zertifizierte Zentren (z.B. Hautkrebs-, Allergie- und Wundzentren) sowie interdisziplinäre Tumorboards tragen maßgeblich zur Behandlungsqualität bei. „Hinzu kommt der breite Zugang zu modernen Therapien, einschließlich innovativer Biologika und personalisierter Behandlungsansätze“, ergänzt der DDG-Präsident und schlägt damit den Bogen zum Thema Forschungskompetenz an Hautkliniken. Translationale Forschung an deutschen Hautkliniken Die dermatologische Forschung an deutschen Hautkliniken ist breit aufgestellt und international wettbewerbsfähig. Klinische Forschung, translationale Ansätze und Grundlagenwissenschaften greifen eng ineinander. Viele Innovationen entstehen direkt aus der klinischen Praxis. Hautkliniken stehen vor großen Herausforderungen. Den steigenden Patientenzahlen, schwindenden Ressourcen an Personal und Ausstattung steht der Anspruch gegenüber, exzellente Forschung und eine strukturierte Nachwuchsförderung zu gewährleisten. Förderprogramme, Clinician-Scientist-Modelle und verlässliche Karrierepfade sind daher zentrale Bausteine, um junge Dermatologinnen und Dermatologen für Wissenschaft und Klinik gleichermaßen zu gewinnen. „Das können Kliniken nicht allein. Als wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft ist es unsere Aufgabe, diese Form von Forschungsförderung weiter auszubauen“, sagt Berneburg. „Die führende Rolle der deutschen Hautkliniken beruht auf der einzigartigen Verbindung aus exzellenter Patientenversorgung, international sichtbarer Forschung und einer starken akademischen Ausbildung. Diese Kombination macht Deutschland zu einem der weltweit führenden Standorte der Dermatologie“, fasst der DDG-Präsident zusammen. Blick in die Zukunft: Voraussetzungen für nachhaltige Spitzenleistung Um die Versorgung von Menschen mit Hautkrankheiten überall in Deutschland sicherzustellen, wurde von BVDD und DDG gemeinsam das Hautnetz Deutschland e. V. gegründet. Hier arbeiten bereits bestehende Netzwerke flächendeckend zusammen und definieren Versorgungsziele, die für eine optimale Versorgung bei unterschiedlichen Hautkrankheiten erforderlich sind. „Nur wenn Versorgung, Forschung und Lehre gleichermaßen gestärkt werden, kann die deutsche Dermatologie ihre internationale Vorreiterrolle dauerhaft behaupten“, bilanziert DDG-Präsident Berneburg.
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