Hohes Eisenangebot fördert die Beweglichkeit von Hirntumorzellen13. Oktober 2026 Sphäroide von Glioblastomzellen in Zellkultur. (Foto: © sergunt – stock.adobe.com) Eisen ist für gesunde Zellen lebensnotwendig. Auch Krebszellen benötigen das Spurenelement. Freiburger Forschernde haben nun Hinweise gefunden, dass ein hohes Eisenangebot direkt in der Tumorumgebung die Ausbreitung von Glioblastomzellen begünstigt. Langfristig könnte der Eisenstoffwechsel deshalb ein Ansatzpunkt sein, um besonders invasive Tumorzellen gezielter zu beeinflussen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Hirntumore stärker im Gehirn streuen, wenn die Zellen viel Eisen in der Umgebung haben“, erklärt Studienleiterin Dr. Vidhya Madapusi Ravi, Forschungsgruppenleiterin an der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. „Wenn wir diese Zusammenhänge besser verstehen, könnten sich langfristig neue Möglichkeiten ergeben, die Ausbreitung solcher Tumorzellen gezielter zu hemmen und so die Behandlung deutlich wirksamer zu machen“, ergänzt Prof. Jürgen Beck, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Warum invasive Tumorzellen so problematisch sind Beim Glioblastom können einzelne Krebszellen weit in das umliegende Gehirngewebe eindringen. Dort lassen sie sich bei einer Operation kaum vollständig entfernen. Verbleibende Zellen können später einen Rückfall auslösen. Die Freiburger Forscherne zeigen nun in Zellkulturen und menschlichen Hirngewebeschnitten, dass zusätzliches Eisen bei bestimmten Tumorzellen Bewegung und Wachstum und damit die Ausbreitung im Gehirn verstärkte. Die Vermutung der Forschenden ist, dass dafür ein besonders aktiver Eisenstoffwechsel verantwortlich ist. „Damit rückt nicht nur die Tumorzelle selbst, sondern auch ihre unmittelbare Umgebung stärker in den Blick“, erklärt Ravi. Dass Krebszellen ihren Eisenstoffwechsel verändern, ist bereits von anderen Tumorarten bekannt. Bei den schwer behandelbaren Glioblastomen war das bislang nicht geklärt. Untersucht wurde ausschließlich, wie sich mehr Eisen direkt in der Tumorumgebung auswirkt. Die Ergebnisse erlauben deshalb keine Aussage darüber, ob eisenreiche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel den Verlauf der Erkrankung beeinflussen. Noch ist außerdem offen, ob Eisen die beobachteten Veränderungen direkt auslöst oder Teil eines komplexeren Zusammenspiels im Tumorgewebe ist. Die Forschenden wollen nun klären, welche Mechanismen dahinterstehen und ob sich der Eisenstoffwechsel langfristig therapeutisch beeinflussen lässt. Weitere interessante Meldungen aus der Neroonkologie: Schlaganfall kann Gliomwachstum fördern Fokussierter Ultraschall könnte Wirkstoffabgabe bei Gliomen verbessern
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