Hormonelle Verhütung verringert das Risiko für chronische Rhinosinusitis13. Februar 2026 Symbolbild: © JPC-PROD/stock.adobe.com Eine neue Studie, die Daten von fast 240.000 Frauen analysierte, ergab, dass östrogenhaltige hormonelle Verhütungsmittel mit einem signifikant geringeren Risiko für chronische Rhinosinusitis ohne Nasenpolypen (CRSsNP) einhergehen. Ein Zusammenhang zwischen Menopausenstatus und CRSsNP zeigte sich hingegen nicht. „Wir wissen, dass sich Entzündungsprozesse zwischen den Geschlechtern unterscheiden und dass Sexualhormone eine Rolle bei Entzündungen spielen – ein Zusammenhang ist bei Asthma und anderen entzündlichen Erkrankungen gut belegt. Relativ wenig Forschung hat jedoch die Rolle des biologischen Geschlechts und der Sexualhormone bei chronischer Rhinosinusitis (CRS), einer weiteren entzündlichen Atemwegserkrankung, untersucht“, berichtet Prof. Victoria Lee, Hauptautorin der Studie und Forschungsdirektorin der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am University of Illinois College of Medicine. CRS betrifft etwa 2,1 Prozent bis 13,8 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten und verursacht jährliche Gesundheitskosten von über zehn Milliarden US-Dollar. Die Erkrankung ist durch eine anhaltende Entzündung der Nasen- und Nebenhöhlen gekennzeichnet, die mindestens zwölf Wochen andauert und Symptome wie verstopfte Nase, Nasenausfluss, Geruchsverlust sowie Gesichtsschmerzen oder Druckgefühl verursacht. 29 Prozent geringeres Risiko für CRS durch hormonelle Verhütung Die Studie wurde im Februar 2026 in der Fachzeitschrift „Otolaryngology–Head and Neck Surgery“ veröffentlicht. Sie ist die erste, die den Zusammenhang zwischen Menopause, systemischer hormoneller Verhütung und CRS bei Erwachsenen in den USA anhand von Daten des „All of Us“-Forschungsprogramms der National Institutes of Health untersucht. „Um diese Wissenslücke zu schließen, zeigte unser Forschungsteam bereits, dassCRSsNP Frauen im reproduktionsfähigen Alter häufiger betrifft als Männer. Aufbauend auf dieser Arbeit erweitert die vorliegende Studie die Erkenntnisse durch die Untersuchung des Einflusses von hormonellen Kontrazeptiva und der Menopause – einem Zustand mit Östrogenmangel“, so Lee. Die Studie analysierte zwei unterschiedliche Kohorten: 38.749 Frauen im Alter von 40 bis 60 Jahren für die Menopausenanalyse und 44.280 Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren für die Analyse hormoneller Verhütungsmittel. Die Forschenden fanden heraus, dass Frauen, die östrogenhaltige Verhütungsmittel anwendeten, ein um 29 Prozent geringeres Risiko hatten, an CRSsNP zu erkranken, als Frauen, die keine systemischen hormonellen Verhütungsmittel anwendeten. Es wurde jedoch kein signifikanter Zusammenhang zwischen diesen Verhütungsmitteln und CRS mit Nasenpolypen festgestellt. Die Forschenden wiesen darauf hin, dass zukünftige Längsschnittstudien erforderlich sind, um besser zu verstehen, wie hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens einer Frau die Entstehung und das Fortschreiten der CRS beeinflussen können. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema hormonelle Kontrazeptiva: ESOC 2025: Kombinierte orale Kontrazeptiva verdreifachen das Risiko eines kryptogenen Schlaganfalls bei jungen Frauen Orale Kontrazeptiva und Rauchen beeinflussen den Steroidhormon-Spiegel
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