Eine Hormonersatztherapie hat keinen Einfluss auf das Sterberisiko27. Februar 2026 Eine neue Studie zeigt, dass eine Hormonersatztherapie keinen Einfluss auf das Sterberisiko hat (Bild: © Татьяна Евдокимова/stock.adobe.com) Eine dänische Studie mit über 800.000 Frauen, die kürzlich in der Fachzeitschrift „BMJ“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass eine Hormonersatztherapie nicht mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist. Die Ergebnisse bestätigen die aktuellen Leitlinien, die eine Hormontherapie für Frauen empfehlen, die kürzlich in die Wechseljahre eingetreten sind, mäßige bis schwere Symptome aufweisen und keine Kontraindikationen haben, so die Forschenden. Die Hormontherapie kann Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Depressionen lindern. Ihre Anwendung ist jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten stetig zurückgegangen, hauptsächlich aufgrund von Sicherheitsbedenken. Zudem fehlen Daten aus der Praxis zum Einfluss der Hormontherapie auf die Sterblichkeit. Studiendesign Um diesem Problem zu begegnen, nutzten Forschende landesweite dänische Register, um Frauen zu erfassen, die zwischen 1950 und 1977 geboren wurden und im Alter von 45 Jahren noch lebten. Ausgeschlossen wurden Frauen mit einer Vorgeschichte von Blutgerinnseln, Lebererkrankungen, Brust-, Gebärmutter- oder Eierstockkrebs, die zuvor eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren angewendet oder sich einer beidseitigen Ovarektomie unterzogen hatten. Die Nachbeobachtung begann mit dem 45. Geburtstag jeder Frau und endete am 31. Juli 2023 (im Median etwas über 14 Jahre). Potenziell einflussreiche Faktoren wie Alter, Kinderzahl (Parität), Bildungsstand, Einkommen, Geburtsland und Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen wurden ebenfalls berücksichtigt. Von den 876.805 Frauen, die in die Hauptanalyse einbezogen wurden, lösten 104.086 (11,9 Prozent) ein Rezept für eine Hormonersatztherapie ein, und 47.594 (5,4 Prozent) verstarben. Am Ende des Beobachtungszeitraums betrug die mediane Anwendungsdauer der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren 1,7 Jahre. 41.433 Frauen (4,7 Prozent) hatten sie weniger als ein Jahr lang angewendet, und nur 7.337 Frauen (0,8 Prozent) berichteten von einer Anwendungsdauer von zehn Jahren oder länger. Nach Berücksichtigung von Einflussfaktoren kein erhöhtes Sterberisiko Ohne Berücksichtigung von Einflussfaktoren lag das Risiko der Gesamtmortalität bei Frauen mit früherer oder aktueller Anwendung einer Hormonersatztherapie in den Wechseljahren bei 54,9 Todesfällen pro 10.000 Personenjahre, verglichen mit 35,5 Todesfällen pro 10.000 bei Frauen, die nie eine solche Therapie angewendet hatten. Wurden jedoch Einflussfaktoren berücksichtigt, zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Sterberisiko. Auch eine langjährige Anwendung von zehn Jahren oder mehr war nicht mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden. Auch hinsichtlich spezifischer Todesursachen wie Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Krebs wurden keine eindeutigen Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Darüber hinaus profitierten Frauen, die sich im Alter von 45 bis 54 Jahren aus nicht-onkologischen Gründen einer beidseitigen Ovarektomie unterzogen hatten, signifikant von einer Hormonersatztherapie in den Wechseljahren. Ihr Sterberisiko war um 27 bis 34 Prozent geringer als bei Frauen derselben Gruppe, die keine Hormontherapie erhielten. Die Studie lieferte zudem Hinweise darauf, dass eine transdermale Hormonersatztherapie das Sterberisiko im Vergleich zu keiner Behandlung leicht senken könnte. Die Autoren betonen jedoch, dass dieser Befund in zukünftigen Studien weiter untersucht werden sollte. Da die Studie auf nahezu vollständigen, landesweiten Daten und einer Nachbeobachtung von über 14 Jahren basiert, stufen die Autoren die Ergebnisse als robust ein. Dennoch handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keine Ursache-Wirkungs-Schlussfolgerungen zulässt. Die Ergebnisse bestätigen jedoch aktuelle Leitlinien und werfen die Frage auf, ob mehr Frauen nach einer Ovarektomie eine HRT angeboten werden sollte. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Hormonersatztherapie: Menopause: DMG begrüßt Kurskorrektur zur Einstufung der Hormonersatztherapie Menopause: Höherer Gewichtsverlust durch Tirzepatid bei zeitgleicher Hormontherapie
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