Hospitalisierung wegen COVID-19: Erhöhtes Risiko für ärmere Kinder16. Februar 2023 © Anna Lurye – stock.adobe.com (Symbolbild) Sozioökonomisch benachteiligte Erwachsene haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19. Ob dies auch bei Kindern zutrifft, untersuchte nun eine Arbeitsgruppe aus Düsseldorf. Die bevölkerungsbezogene Kohortenstudie umfasste alle Kinder und Jugendlichen (0–18 Jahre), deren Versorgung im Beobachtungszeitraum (01.01.2020–13.07.2021) von einer Gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt wurde. Alter, Geschlecht, Tage unter Beobachtung, Nationalität und Komorbiditäten (z.B. Adipositas, Diabetes) wurden in der Analyse berücksichtigt. Insgesamt schloss man 688.075 Personen mit einem Durchschnittsalter von 8,3 (SD 5,8) Jahren ein. Die Krankenhausdiagnose COVID-19 erwies sich als ein seltenes Ereignis (1637 Teilnehmer [0,2%]). Bei Kindern, deren Eltern langzeitarbeitslos waren, war die Wahrscheinlichkeit einer Hospitalisierung 1,36-mal höher (95%-KI 1,22–1,51) als bei Kindern berufstätiger Eltern. Eine erhöhte Hospitalisierungswahrscheinlichkeit ergab sich in der Auswertung auch für Kinder, deren Eltern einer Niedriglohnbeschäftigung nachgingen (OR 1,29; 95%-KI 1,05–1,58). Diejenigen, die in einkommensschwachen Gebieten lebten, waren einer um 3,02-mal (95%-KI 1,73–5,28) höheren Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt ausgesetzt als diejenigen in weniger benachteiligten Gebieten. Komorbiditäten seien zwar mit Krankenhausaufenthalten assoziiert, berichten die Forschenden, jedoch veränderte eine entsprechende Adjustierung die Hauptschätzungen für Deprivation nicht. Fazit Ein höheres Risiko dafür, wegen COVID-19 in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden, hat die Arbeitsgruppe unter Kindern arbeitsloser Eltern und solchen, die in einkommensschwachen Gebieten lebten, festgestellt. Laut den Forschenden lässt diese Beobachtung die Schlussfolgerung zu, dass mit SARS-CoV-2 infizierten Kindern aus dieser Risikogruppe besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss und eine engmaschigere Kontrolle in Betracht gezogen werden sollte. Eine Reihe von erklärenden Faktoren, einschließlich Komorbiditäten, wurde in der Studie zwar berücksichtigt, doch ergab deren Analyse kein klares Bild über die zugrunde liegenden Mechanismen. (ac) Autoren: Dragano N et al. Korrespondenz: Nico Dragano; [email protected] Studie: Association of Household Deprivation, Comorbidities, and COVID-19 Hospitalization in Children in Germany, January 2020 to July 2021 Quelle: JAMA Netw Open 2022;5(10):e2234319. Web: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2796931
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