Hundeführerschein tritt heute in Bremen in Kraft1. Juli 2026 Gut mit anderen Hunden und gut mit Menschen klarkommen – das sollten alle Hunde. (Symbolbild) Foto: Freddy Chandra – stock.adobe.com Hund anschaffen? Dafür brauchen Halter in Bremen nun einen Führerschein. Worauf es bei der Prüfung ankommt – und wie Niedersachsen dabei als Vorbild dient. Wer sich in Bremen einen Hund anschafft, muss ab sofort eine Prüfung absolvieren. Halterinnen und Halter sollen zeigen, dass sie sich mit ihrem Tier auskennen und es artgerecht behandeln. „Das schützt Menschen und Tiere“, sagte ein Sprecher des Innenressorts. „Und es nimmt verantwortungsvolle Halterinnen und Halter in Schutz, statt alle unter Verdacht zu stellen.“ Bremen hofft, dass Besitzer so einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Tieren lernen und die Zahl der Angriffe von Hunden zurückgeht. Anlass für die Einführung war unter anderem die Attacke eines Rottweilers, der vor drei Jahren auf ein Kind am Osterdeich losging. Die Eindrücke, die in der Innenstadt auf einen Hund einprasseln sind mannigfaltig. In diesen Kontexten ist es wichtig, dass der Hund über eine ausreichend gute Sozialisierung verfügt und sich darin regelmäßig üben kann ‒ ein Leben lang. (Symbolbild) Foto: Maren Winter – stock.adobe.com Was Hundebesitzer in Bremen zur Prüfung wissen sollten – und welche Regeln in Niedersachsen schon gelten: Wer muss einen Hundeführerschein machen? Alle Bremerinnen und Bremer, die sich einen Hund anschaffen, müssen den Führerschein machen. Ausnahmen gelten unter anderem für Tierärztinnen und Tierärzte, Jägerinnen und Jäger und Blindenführhunde. Wer schon vor dem 1. Juli einen Hund hatte, muss nachträglich keine Prüfung mehr absolvieren. In Niedersachsen ist der Hundeführerschein schon seit Juli 2013 Pflicht – und das Land hat damit gute Erfahrungen gemacht. Mehr als 162.800 Menschen absolvierten die Prüfung bisher, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium mitteilte. „Die Resonanz auf die Einführung des Sachkundenachweises ist allgemein sehr positiv“, heißt es aus dem Ministerium. Welche Regelungen gelten für Halter von mehreren Hunden? Halter müssen für jeden Hund einen eigenen Führerschein vorweisen können. „Jeder Hund hat einen eigenen Charakter“, heißt es dazu aus dem Bremer Innenressort. „Sie müssen als Hundehalterin und Hundehalter nachweisen, dass Sie in der Lage sind, jeden Ihrer Hunde sicher und verantwortungsvoll zu führen.“ Doch es gibt eine Ausnahme: Wer in den vergangenen fünf Jahren schon einen Hund für mindestens zwei Jahre besessen und die theoretische Prüfung abgelegt hat, muss mit einem neuen Hund nur noch den praktischen Teil absolvieren. Was müssen Hund und Halter für die Prüfung können? Halterinnen und Halter müssen zeigen, dass sie sich grundsätzlich mit Hunden auskennen und einen guten Umgang mit dem eigenen Tier haben. Dafür müssen sie sich mit Tierschutz, Rechtsvorschriften, Sozialverhalten und Erziehung von Hunden auskennen. Außerdem müssen sie drohende Gefahren erkennen und bewältigen können. Der Hund sollte also auf Kommandos wie „Sitz!“, „Bleib!“ und „Rückruf“ hören und entspannt an der Leine gehen. Wie können sich Hundebesitzer auf den Führerschein vorbereiten? Viele Hundeschulen bieten spezielle Vorbereitungskurse für die Prüfung an. Es gibt auch Online-Kurse, die sich auf die Themen des theoretischen Teils konzentrieren. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat auf der Website eine Liste mit Literatur veröffentlicht, die bei der Vorbereitung auf die Prüfung helfen soll. Wie läuft die Prüfung ab? Die Prüfung besteht – wie beim Führerschein fürs Auto – aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der Theorieteil umfasst 35 Fragen zum Verhalten, Pflege und Training von Hunden. Bei der praktischen Prüfung müssen Halter mit ihrem Hund zeigen, dass sie gut im Alltag miteinander klarkommen. Die Prüfung muss auf Deutsch absolviert werden. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen will, kann auch hier einen Blick nach Niedersachsen werfen. Das dortige Landwirtschaftsministerium hat online Beispielfragen veröffentlicht. Etwa: „Was ist im Sommer besonders bei hohen Temperaturen zu beachten?“ oder „Sie gehen mit Ihrem Hund unangeleint spazieren und es kommt Ihnen eine Gruppe Kinder entgegengerannt. Was tun Sie?“ Welche Voraussetzungen müssen für die praktische Prüfung erfüllt sein? Der Hund muss bei der praktischen Prüfung in Bremen mindestens 12 Monate alt, gechipt und geimpft sein. Außerdem müssen Halter eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden für ihr Tier vorweisen können. Welche Hilfsmittel sind erlaubt? Bei der Prüfung dürfen die Halter in Bremen Halsband, Geschirr, Führleine, Schleppleine, Hundepfeife und Clicker einsetzen. Wenn nötig, sind auch Halti und Maulkorb erlaubt. Wer unsicher ist, sollte vorher mit der Prüferin oder dem Prüfer über bestimme Regeln für Hilfsmittel sprechen. Wo können Hundebesitzer den Führerschein machen? Die theoretische und die praktische Prüfung dürfen nur von anerkannten Prüferinnen und Prüfern abgenommen werden. Eine Liste soll bald auf der Webseite des Bremer Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienstes veröffentlicht werden. Bis wann müssen Hundehalter die Prüfung absolvieren? Wer einen Hund kaufen möchte, muss vorab die theoretische Prüfung absolvieren. Die praktische Prüfung erfolgt dann innerhalb des ersten Jahres. Was kostet ein Hundeführerschein? In Niedersachsen kostet die theoretische und die praktische Prüfung jeweils mindestens 40 Euro. Den genauen Preis legt die Prüferin oder der Prüfer selbst fest. Auch in Bremen legt die Prüfstelle die Kosten fest. Was passiert, wenn Hund und Halter die Prüfung nicht bestehen? Bei der theoretischen Prüfung müssen in Bremen rund 75 Prozent der Fragen richtig beantwortet werden, im Praxisteil mindestens sechs von elf Prüfungssituationen erfolgreich absolviert werden. Wer den Hund während der Prüfung nicht unter Kontrolle hat oder sich unangemessen verhält, besteht den Hundeführerschein nicht. Wer durchgefallen ist, kann beide Tests nach einer gewissen Zeit wiederholen. Theoretisch kann der Hundeführerschein unbegrenzt oft absolviert werden. „Zwischen den Versuchen sollten Sie aber genug Zeit einplanen, um sich und ihren Hund gut vorzubereiten“, rät das Innenressort. Was droht Haltern ohne Hundeführerschein? Wer mit seinem Hund unterwegs ist und in Bremen künftig keinen Führerschein vorweisen kann, muss mit Konsequenzen rechnen. Es droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Außerdem kann dem Halter oder der Halterin der Hund weggenommen werden, bis die erforderlichen Prüfungen abgelegt wurden. In Niedersachsen sind die Gemeinden zuständig, den Hundeführerschein zu kontrollieren. Wer das Papier nicht vorweisen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rechnen. Informationen zum Hundeführerschein in Bremen Hundeführerschein – Die Senatorin für Inneres und Sport Bremisches Gesetz über das Halten von Hunden (BremHundeG) vom 24. Juni 2025 – Transparenzportal Bremen
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