HWG LU veranstaltet erstes Symposium Hebammenwissenschaft27. Januar 2026 Minister Clemens Hoch (RLP) überbrachte das Grußwort der Landesregierung. Quelle: E. Wassmann. Copyright: HWG LU An der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) fand das erste Symposium Hebammenwissenschaft statt. Zentrales Thema der von Prof. Michaela Michel-Schuldt geleiteten Fachtagung war das innovative Versorgungskonzept „Hebammenzentrale“. Unter dem Tagungstitel „Hebammenzentralen – Versorgung gestalten, Lücken schließen“ widmeten sich die rund 60 Teilnehmenden der „Hebammenzentrale“ in all ihren Facetten: als zentraler Anlaufstelle für werdende und kürzlich gewordene Eltern, als Vermittlungsstelle, Informationsquelle und auch als Koordinationsstelle für Vertretungen, Fortbildungen und den Austausch unter Hebammen und anderen Fachkräften. Nach der Begrüßung durch Michel-Schuldt und Hochschulpräsident Prof. Dr. Gunther Piller überbrachten Juliane Müller und Gesundheitsminister Clemens Hoch die Grußworte des Hebammenverbandes Rheinland-Pfalz bzw. der rheinland-pfälzischen Landesregierung. „Die schon bestehenden Hebammenzentralen sind ein tragender Baustein der Gesundheitsversorgung in Rheinland-Pfalz. Sie schließen Versorgungslücken und denken Geburtshilfe ganzheitlich“, erklärte die 1. Vorsitzende des Hebammenverbandes. Aber sie seien kein Ersatz für schließende Kreißsäle. Daher fordere der Hebammenverband von der Politik Fokus auf die personelle Lage in der Geburtshilfe, flächendeckende Versorgungssicherung und eine bessere Datengrundlage zur optimierten Versorgungsplanung, so Müller. Kein Ersatz für schließende Kreißsäle „Hebammen geben Familien genau dann Halt und Orientierung, wenn diese am dringendsten gebraucht werden – fachlich kompetent und menschlich zugewandt. Für uns als Land bedeutet das, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Frauen und Familien wohnortnah verlässliche Unterstützung finden – sowohl in der Klinik als auch in der ambulanten Versorgung rund um Schwangerschaft und Wochenbett. Hebammenzentralen leisten hier einen wichtigen Beitrag: Sie entstehen dort, wo Versorgung benötigt wird“, betonte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch. Im Anschluss gaben Masterabsolventin Gila Heusermann, Masterstudentin Annika Schröder und Michel-Schuldt tieferen Einblick in den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Thema Hebammenzentralen und stellten begleitende Lehrforschungsprojekte vor. Aus allen Arbeiten ergeben sich Hinweise, dass Hebammenzentralen nachweislich wirken – empirisch, praktisch und erfahrungsbezogen – indem sie bestehende Versorgungsengpässe in der Hebammenhilfe zwar nicht gänzlich beheben, aber deren Folgen durch bessere Verteilung, gerechtere Nutzung und eine menschlichere Organisation wirksam abfedern, heißt es in der Pressemitteilung der HWG LU. Ihre besondere Stärke zeige sich nicht nur in Vermittlungskennzahlen, sondern vor allem im Zugewinn an Sicherheit, Beziehung und struktureller Orientierung für alle Beteiligten; zugleich besteht weiterer Forschungsbedarf, insbesondere hinsichtlich einer gesundheitsökonomischen Evaluationen sowie der systematischen Analyse von Nutzen und Verbesserungsbedarfen für Hebammen, Frauen und Familien, insbesondere aus marginalisierten Bevölkerungsgruppen, um Qualität, Wirksamkeit und Verstetigung evidenzbasiert weiterzuentwickeln. Best Practice-Beispiele vorgestellt Best Practice-Beispiele aus Bayern stellten anschließend Melanie Marwitz, HebaVaria München, und Thomas Oppel von der Landeskoordinierungsstelle Bayern vor. Marwitz zeigte, wie durch koordinierte Strukturen, gezielte Vermittlung, ergänzende Angebote und digitale Unterstützung der Zugang zur Hebammenversorgung verbessert, Ungleichverteilungen reduziert und Versorgung auch unter begrenzten Ressourcen aktiv ermöglicht werden kann. Oppel verdeutlichte in seinem Beitrag, wie durch landesweite Koordination, klare Handlungsleitfäden und kommunale Unterstützung tragfähige Strukturen für Hebammenzentralen aufgebaut und langfristig verstetigt werden können. In dem nachmittäglichen Workshop tauschten sich die Teilnehmenden anschließend rege über Qualitätsmerkmale von Hebammenzentralen aus. „Hebammenzentralen verbessern den Zugang zur Hebammenhilfe messbar, entlasten Hebammen und andere Versorgungsstrukturen, reduzieren Unsicherheit bei Familien und entfalten ihre größte Wirkung dann, wenn sie strukturell abgesichert, qualitativ klar definiert und systematisch vernetzt sind“, kommentiert Michel-Schuldt. Zum Hintergrund Hebammenzentralen leisten einen zentralen Beitrag zur verbesserten Versorgung von Schwangeren, Wöchnerinnen und jungen Eltern durch Hebammen, informiert die HWG LU. Sie sollen helfen, passgenaue Betreuung sicherzustellen und Versorgungsengpässe zu vermeiden. Rheinland-Pfalz und angrenzende Bundesländer unterstützen den Aufbau und die Weiterentwicklung von Hebammenzentralen als ein wichtiges Element zur Sicherung der Versorgung, heißt es weiter in der Pressemitteilung.
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