Hypertonie: Ergebnisse zu Aldosteron-Synthase-Inhibitor vielversprechend

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Eine übermäßige Aldosteronproduktion trägt sowohl beim klassischen Hyperaldosteronismus als auch bei der Adipositas-assoziierten Hypertonie zum Hochdruck bei. Erste Ergebnisse der randomisierten Dosisfindungsstudie Target-HTN zu dem Aldosteron-Synthase-Hemmer Lorundrostat weisen auf dessen Sicherheit und blutdrucksenkende Wirksamkeit im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck hin.

Target-HTN stand unter Leitung von Steven E. Nissen von der Cleveland Clinic in Ohio (USA). An der Studie nahmen zwischen Juli 2021 und Juni 2022 insgesamt 200 Erwachsene mit unkontrolliertem Bluthochdruck teil, die bereits ≥2 blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Die Studie war in 2 Kohorten gegliedert: Die Teilnehmer der 1. Kohorte (n=163) wiesen eine unterdrückte Plasma-Renin-Aktivität (PRA) von ≤1,0 ng/ml/h und ein erhöhtes Plasma-Aldosteron (≥1,0 ng/dl) auf.

Nach dem Zufallsprinzip teilten die verantwortlichen Mediziner diese entweder der Gruppe mit Placebo oder einer von 5 Dosierungen von Lorundrostat (12,5 mg, 50 mg oder 100 mg 1-mal täglich oder 12,5 mg oder 25 mg 2-mal täglich) zu. In die sich daran anschließende 2. Kohorte nahmen sie 37 Teilnehmer mit einer PRA >1,0 ng/ml/h auf, welche im Verhältnis von 1:6 auf Placebo oder Lorundrostat, 100 mg 1-mal täglich, randomisiert wurden. Der primäre Endpunkt war die Veränderung des automatisiert gemessenen systolischen Blutdrucks in der Praxis vom Ausgangswert bis zu Woche 8.

Nach 8-wöchiger Behandlung beobachteten die Forscher bei Teilnehmern mit unterdrückter PRA eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 14,1, 13,2 und 6,9 mmHg mit 100, 50 bzw. 12,5 mg Lorundrostat 1-mal täglich und um 4,1 mmHg mit Placebo. Die beobachteten Senkungen des systolischen Blutdrucks bei Personen, die 2-mal täglich 25 bzw. 12,5 mg Lorundrostat erhielten, betrugen −10,1 bzw. −13,8 mmHg.

Der kleinste quadratische Mittelwert der Differenz zwischen Placebo und Behandlung beim systolischen Blutdruck betrug −9,6 mmHg (90%-KI −15,8 bis −3,4; p=0,01) für die 1-mal tägliche Dosis von 50 mg und −7,8 mmHg (90%-KI −14,1 bis −1,5; p=0,04) für 100 mg täglich. Bei den Teilnehmern ohne unterdrückte PRA senkte 100 mg Lorundrostat 1-mal täglich den systolischen Blutdruck um 11,4 ±2,5 mmHg, was mit der Blutdrucksenkung bei den Teilnehmern mit unterdrückter PRA vergleichbar war, die die gleiche Dosis erhielten.

Bei 6 Teilnehmern kam es zu einem Anstieg des Serumkaliums auf >6,0 mmol/l, der sich mit einer Dosisreduktion oder dem Absetzen des Medikaments korrigierte. Die Forscher verzeichneten keine Fälle von Kortisolinsuffizienz.

Fazit
Erste Ergebnisse der randomisierten Dosisfindungsstudie Target-HTN zu dem Aldosteron-Synthase-Hemmer Lorundrostat weisen auf dessen Sicherheit und blutdrucksenkende Wirksamkeit im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck hin. (ah)

Autoren: Laffin LJ et al.
Korrespondenz: Steven Nissen; [email protected]
Studie: Aldosterone Synthase Inhibition With Lorundrostat for Uncontrolled Hypertension: The Target-HTN Randomized Clinical Trial
Quelle: JAMA 2023;330(12):1140–1150.
Web: https://doi.org/10.1001/jama.2023.16029