ICD bei nicht ischämischer HFrEF: Schutz vor plötzlichem Herztod, aber kein Überlebensvorteil

Die Studie DANISH untersuchte den Langzeiteffekt eines ICD bei nicht ischämischer HFrEF. (Symbolfoto: ©Maria Vitkovska/stock.adobe.com)

Der ICD schützt, aber verlängert nicht das Leben: Langzeitdaten der DANISH-Studie zeigen keinen Effekt auf die Gesamtmortalität bei nicht ischämischer HFrEF – wohl aber einen deutlichen Schutz vor plötzlichem Herztod, besonders bei Jüngeren.

Neue Langzeitdaten deuten an, dass ein implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD) bei Patienten mit nicht ischämischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) zwar nicht die Gesamtmortalität verändert, aber einen wirksamen Schutz vor einem plötzlichen kardiovaskulären Todesfall zu bieten scheint – insbesondere bei jüngeren Patienten.

Beobachtung über 13 Jahre

Die Daten stammen aus einem erweiterten Follow-up der randomisierten Studie DANISH (medianes Follow-up 13,2 Jahre; Q1–Q3 11,3–14,6). In diesem wurden die Patienten bis zu ihrem Tod oder bis zum 31.01.2024 nachbeobachtet – je nachdem, was zuerst eintrat. An der Studie nahmen 1116 Patienten mit nicht ischämischer HFrEF teil (LVEF ≤35 %; NYHA-Klasse II–III; erhöhte Werte natriuretischer Peptide). Der Hälfte wurde ein ICD zur Primär­prävention implantiert, die andere Hälfte erhielt die Standardbehandlung ohne ICD.

Schutz vor plötzlichem Herztod, aber Gesamtmortalität unverändert

Während des Nachbeobachtungszeitraums verstarben 294 Patienten (52,9 %) der ICD-Gruppe und 299 Patienten (53,4 %) der Kontrollgruppe ohne ICD (primärer Endpunkt). Im Vergleich zur üblichen klinischen Versorgung führte die ICD-Implantation zu keiner signifikanten Senkung der langfristigen Gesamtmortalitätsrate (HR 0,96; 95 %-KI 0,82–1,13). Allerdings sank darunter die langfristige Rate plötzlicher kardiovaskulärer Todesfälle (HR 0,54; 95 %-KI 0,36–0,80; sekundärer Endpunkt).

Schutz vor plötzlichem Herztod sinkt mit steigendem Alter

Die Wirkung der ICD-Implantation auf die Gesamtmortalität war unabhängig vom Alter konsistent (p=0,89 für Interaktion). Allerdings hatte das Alter einen signifikanten Einfluss auf den Effekt der ICD-Implantation hinsichtlich des plötzlichen kardiovaskulären Todes. So wiesen ICD-Patienten im Alter maximal 70 Jahren eine niedrigere Rate dieses Endpunktes auf (HR 0,38; 95%-KI 0,23–0,62). Bei über 70-Jährigen war das nicht der Fall (HR 1,27; 95 %-KI 0,56–2,89; p=0,01 für Interaktion).

Ähnliche Trends wurden beobachtet, wenn das Alter als kontinuier­liche Variable analysiert wurde. Die Wirkung der ICD-Implantation war in anderen wichtigen Untergruppen, einschließlich der Anwendung einer kardialen Resynchronisationstherapie zu Studienbeginn, im Allgemeinen konsistent.

(ah/BIERMANN)