ICD bei nicht ischämischer HFrEF: Schutz vor plötzlichem Herztod, aber kein Überlebensvorteil26. März 2026 Die Studie DANISH untersuchte den Langzeiteffekt eines ICD bei nicht ischämischer HFrEF. (Symbolfoto: ©Maria Vitkovska/stock.adobe.com) Der ICD schützt, aber verlängert nicht das Leben: Langzeitdaten der DANISH-Studie zeigen keinen Effekt auf die Gesamtmortalität bei nicht ischämischer HFrEF – wohl aber einen deutlichen Schutz vor plötzlichem Herztod, besonders bei Jüngeren. Neue Langzeitdaten deuten an, dass ein implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD) bei Patienten mit nicht ischämischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) zwar nicht die Gesamtmortalität verändert, aber einen wirksamen Schutz vor einem plötzlichen kardiovaskulären Todesfall zu bieten scheint – insbesondere bei jüngeren Patienten. Beobachtung über 13 Jahre Die Daten stammen aus einem erweiterten Follow-up der randomisierten Studie DANISH (medianes Follow-up 13,2 Jahre; Q1–Q3 11,3–14,6). In diesem wurden die Patienten bis zu ihrem Tod oder bis zum 31.01.2024 nachbeobachtet – je nachdem, was zuerst eintrat. An der Studie nahmen 1116 Patienten mit nicht ischämischer HFrEF teil (LVEF ≤35 %; NYHA-Klasse II–III; erhöhte Werte natriuretischer Peptide). Der Hälfte wurde ein ICD zur Primärprävention implantiert, die andere Hälfte erhielt die Standardbehandlung ohne ICD. Schutz vor plötzlichem Herztod, aber Gesamtmortalität unverändert Während des Nachbeobachtungszeitraums verstarben 294 Patienten (52,9 %) der ICD-Gruppe und 299 Patienten (53,4 %) der Kontrollgruppe ohne ICD (primärer Endpunkt). Im Vergleich zur üblichen klinischen Versorgung führte die ICD-Implantation zu keiner signifikanten Senkung der langfristigen Gesamtmortalitätsrate (HR 0,96; 95 %-KI 0,82–1,13). Allerdings sank darunter die langfristige Rate plötzlicher kardiovaskulärer Todesfälle (HR 0,54; 95 %-KI 0,36–0,80; sekundärer Endpunkt). Schutz vor plötzlichem Herztod sinkt mit steigendem Alter Die Wirkung der ICD-Implantation auf die Gesamtmortalität war unabhängig vom Alter konsistent (p=0,89 für Interaktion). Allerdings hatte das Alter einen signifikanten Einfluss auf den Effekt der ICD-Implantation hinsichtlich des plötzlichen kardiovaskulären Todes. So wiesen ICD-Patienten im Alter maximal 70 Jahren eine niedrigere Rate dieses Endpunktes auf (HR 0,38; 95%-KI 0,23–0,62). Bei über 70-Jährigen war das nicht der Fall (HR 1,27; 95 %-KI 0,56–2,89; p=0,01 für Interaktion). Ähnliche Trends wurden beobachtet, wenn das Alter als kontinuierliche Variable analysiert wurde. Die Wirkung der ICD-Implantation war in anderen wichtigen Untergruppen, einschließlich der Anwendung einer kardialen Resynchronisationstherapie zu Studienbeginn, im Allgemeinen konsistent. (ah/BIERMANN)
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