ICO-Präsident Wiedemann lädt zum WOC 2020 nach Kapstadt ein

ICO-Präsident Prof. Peter Wiedemann. Foto: Kaulard/Biermann Medizin

„Der nächste Weltkongress ist ein besonderer Kongress“, warb Prof. Peter Wiedemann anlässlich des 116. DOG-Kongresses für den Besuch des WOC 2020 in Kapstadt, Südafrika. Wiedemann, Direktor der Universitätsaugenklinik Leipzig, ist amtierender Präsident des International Council of Ophthalmology (ICO), der den WOC 2020 in Kooperation mit dem Gastgeber Ophthalmologic Society of South Africa (OSSA) ausrichtet.

Die Besonderheit des kommenden Weltkongresses, so Wiedemann bei der DOG-Eröffnung im ehemaligen Bonner Plenarsaal, ergebe sich aus der Jahreszahl 2020: “Das ist das Jahr von Vision 2020.” 
“Vision 2020” ist eine weltweite Initiative der WHO und der International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB), die sich unter dem Motto „The Right to Sight“ ein großes Ziel gesetzt hat: eine Welt zu schaffen, in der vermeidbare Blindheit eliminiert wird und in der jeder Mensch Zugang zu einer umfassenden Augenversorgung erhält.

Als eine wichtige Maßnahme, die zur Erreichung dieses Zieles beitragen kann, machte Wiedemann auf das Fellowship-Programm des ICO aufmerksam, das aktuell von Prof. Berthold Seitz (Homburg/Saar) geleitet wird (www.icoph.org/fellowships).
Seit 2001 haben im Rahmen des klassischen Drei-Monats-Fellowship-Programms – es gibt auch sechs- und zwölfmonatige Angebote – mehr als 900 junge Ophthalmologen aus 74 augenmedizinisch unterentwickelten Ländern die Gelegenheit wahrgenommen, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten in modernen Augenkliniken weltweit zu erweitern, respektive zu verbessern, um diese Kenntnisse dann in ihren Heimatländern weitergeben zu können. Für das dreimonatige Fellowship-Programm stehen etwa 90 Plätze in 30 Ländern zur Ausbildung in annähernd 20 Subspezialitäten zur Verfügung. Die meistnachgefragten Subspezialitäten sind Netzhaut, Kinderophthalmologie, Glaukome, Hornhaut und Kataraktchirurgie. Zur finanziellen Förderung des Programms wurde in Deutschland der gemeinnützige Verein International Ophthalmological Fellowship Foundation (IOFF e.V.) gegründet (www.ioff.org).
Mehr als 200 Fellows hätten bisher in deutschen Augenkliniken am Fellowship-Programm teilgenommen, berichtete ICO-Präsident Wiedemann und ergänzte. „Ich glaube, dass das eine gute Außenwirkung hat – wir als Fachgesellschaft sollten das weiter unterstützen.“

„Building a World Alliance for Sight“
Der WOC 2020 mit Kongresspräsident Dr. Kgaogelo E. Legodi, Vizepräsident des ICO, findet unter dem ICO-Motto „Building a World Alliance for Sight“ vom 26. bis 29. Juni 2020 im Cape Town International Convention Centre statt. Erwartet werden mehr als 10.000 Delegierte aus über 130 Ländern und circa 140 Aussteller. Geplant sind rund 350 wissenschaftliche Sitzungen.

Dies sei das erste Mal, dass der Weltkongress in der Sub-Sahara-Region ausgerichtet werde, betont Legodi in seinem Grußwort zum WOC 2020 und fragt mit Blick auf „2020“, welch besseres Jahr es wohl geben könnte, um die Aufmerksamkeit der internationalen Augenheilkunde auf diese Region zu lenken. Jetzt sei für Südafrika die Zeit gekommen, aktiv an den Anstrengungen für eine bessere Augengesundheit teilzunehmen. Gemeinsam mit dem ICO wolle die OSSA nun das Problem „Augenerkrankungen“ für alle afrikanischen Völker anpacken und bessere Resultate erzielen durch – in Afrika besonders wichtig – Information, Ausbildung und Anleitung.

Informationen zum WOC 2020: http://woc2020.icoph.org

Quelle: ICO