Idiopathische subglottische Trachealstenose: Studie beschreibt komplexe Mechanismen13. August 2024 Lunge und Trachea. (Abbildung: © Photo Moon/stock.adobe.com) Mit den zellulären und molekularen Grundlagen der idiopathischen subglottischen Trachealstenose (ISGS) haben sich Autoren einer neuen Studie beschäftigt. Dabei bestimmten sie Zellen identifiziert, die zur Krankheitsentwicklung beitragen. Bei der ISGS handelt es sich um eine seltene Erkrankung, die zu einer Verengung der oberen Luftröhre durch Narbenbildung führt und vor allem Frauen betrifft. Die Krankheit äußert sich in Symptomen wie pfeifenden Atemgeräuschen und möglichen Stimmveränderungen, kann aber auch zu ernstzunehmender Atemnot führen. Um die bisher unbekannten pathologischen Aspekte der ISGS zu identifizieren, setzte das Forschungsteam von der Medizinischen Universität (MedUni) Wien (Österreich) um den Erstautor Martin Direder (Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie) sowie die Studienleiter Hendrik J. Ankersmit (Universitätsklinik für Thoraxchirurgie) und Michael Mildner (Universitätsklinik für Dermatologie) die Einzelzell-RNA-Sequenzierung (scRNAseq) ein. Die Analyse ergab, dass das fibrotische Gewebe der ISGS eine bestimmte Untergruppe von Fibroblasten sowie Schwann-Zellen in einem aktivierten Zustand enthält. Schwann-Zellen spielen normalerweise eine wichtige Rolle für die Funktion von Nerven und unterstützen bei Verletzungen die Nervenregeneration. Diese Zellen zeigten ein spezifisches Genexpressionsmuster, das auf ihre Beteiligung an der Matrixbildung hinwiest. Die Involvierung von Schwann-Zellen in der Narbenbildung beziehungsweise in fibrotischen Prozessen wurde von der Arbeitsgruppe erst vor kurzem erstmalig in der Haut beschrieben. Die vorliegende Studie bestätigt daher die zuvor aufgestellte Hypothese, dass Schwann-Zellen in fibrotischen Erkrankungen verschiedenster Organe eine wichtige Rolle spielen können. Darüber hinaus beobachteten die Studienautoren eine erhöhte Anzahl von Plasmazellen, die für die Produktion von Antikörpern zuständig sind. Plasmazellen, die in spezifischen Bereichen des fibrotischen Gewebes konzentriert waren, zeigten eine Überexpression von Genen, die für die Bildung von Immunoglobulin G (IgG) wichtig sind. Eine Anreicherung dieser Zellen konnte bereits in anderen fibrotischen Erkrankungen beobachtet werden, was auf eine ähnliche Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der ISGS hindeutet. „Die Untersuchung der Einzelzell-Transkriptionsprofile ermöglicht es uns, die pathologischen Zustände und die veränderte zelluläre Umgebung in der ISGS besser zu verstehen“, erläutert Erstautor Martin Direder. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass in ISGS fortlaufende fibrotische Prozesse stattfinden und dass Fibroblasten, Schwann-Zellen und Plasmazellen maßgeblich zur Krankheitsentwicklung beitragen“, ergänzt Co-Studienleiter Hendrik Jan Ankersmit, „dieses Wissen könnte entscheidend für die Entwicklung zukünftige Diagnose- und Behandlungsmethoden sein.“ Die Erkenntnisse dieser Studie tragen laut ihren Autoren dazu bei, die komplexen Mechanismen der ISGS besser zu verstehen und könnten die Grundlage für die Entwicklung gezielter therapeutischer Ansätze bilden, die die krankhafte Aktivität der beteiligten Zelltypen modulieren. Die Studie wurde von der Aposcience AG, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft und der Wiener Wirtschaftsagentur gefördert.
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