Immun-Checkpoint-Inhibitoren – häufig anhaltendes akutes Nierenversagen

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Der Einsatz von Immun-Checkpoint-Inhibitoren in der Onkologie hat rasant zugenommen. In ihrer aktuellen Studie berichten Wissenschaftler nun, dass bei dieser Patientenpopulation ein AKI häufig vorkommt.

Die Ursachen für ein anhaltendes AKI sind dabei ganz unterschiedlich und verdienen eine gründliche Untersuchung. Auch die Rolle von Protonenpumpeninhibitoren (PPIs) und anderen Nephritis-induzierenden Medikamenten soll besser untersucht werden.

Die Forscher schlossen 1016 Patienten in ihre Studie ein, die von Mai 2011 bis Dezember 2016 im Massachusetts General Hospital, Boston, USA, eine Checkpoint-Inhibitor-Therapie erhielten. Das Durchschnittsalter lag bei 63 (SD 13) Jahren, 61% waren männlich und 91% weiß. Ungefähr 6 Monate vor Beginn der Checkpoint-Inhibitor-Therapie wurden die Serumkreatininwerte bestimmt. Dieser Wert wurde dann mit allen nachfolgenden Kreatinin-Werten innerhalb von 12 Monaten nach Therapiebeginn verglichen.

Das AKI wurde definiert durch die „Kidney Disease: Improving Global Outcomes“-Kriterien für Änderungen des Kreatininwertes gegenüber dem Ausgangswert. Primäres Ergebnis war ein anhaltendes AKI von mindestens 3 Tagen Dauer.

Zu Beginn der Studie betrug der durchschnittliche Kreatininwert 0,9 mg/dl (SD 0,4 mg/dl). Eine CKD wiesen 169 (17%) auf (eGFR <60 ml/min/1,73 m2). Bei insgesamt 169 Patienten (17%) entwickelte sich ein AKI, definiert durch einen Kreatininanstieg um mindestens das 1,5-Fache des Ausgangswertes innerhalb von 12 Monaten.

Ein anhaltendes AKI trat bei 82 Patienten (8%) auf und bei 30 Patienten (3%) ein potenzielles AKI, das auf die Immun-Checkpoint-Inhibitor-Therapie zurückzuführen war. Die erste Episode einer anhaltenden AKI trat im Durchschnitt 106 Tage (SD 85) nach Beginn der Checkpoint-Inhibitor-Therapie auf. Ein anhaltendes AKI im Stadium 3 entwickelten 16 (2%) Patienten und 4 benötigten eine Dialyse. Die Verwendung von PPIs zu Beginn der Studie stand mit einem anhaltenden AKI in Zusammenhang.

Fazit
Ein AKI tritt häufig bei Patienten auf, die eine Checkpoint-Inhibitor-Therapie erhalten. Die Ursachen für eine anhaltende AKI in dieser Population sind heterogen und sollten gründlich untersucht werden, so das Fazit der Studienautoren. (jh)

Autoren: Seethapathy H et al.
Korrespondenz: Meghan E. Sise; [email protected]
Studie: The Incidence, Causes, and Risk Factors of Acute Kidney Injury in Patients Receiving Immune Checkpoint Inhibitors
Quelle: Clin J Am Soc Nephrol 2019;14(12):1692–1700.
Web: https://doi.org/10.2215/CJN.00990119