Immun-Checkpoint-Inhibitoren: Review zur Studienlage bei Kopf-Hals-Krebs22. Mai 2018 Foto: © catalin – Fotolia.com Durch den Einsatz von Immun-Checkpoint-Inhibitoren konnten in der letzten Zeit enorme Fortschritte in der Krebstherapie erzielt werden. Inwieweit das auch auf Kopf-Hals-Krebs zutrifft, haben deutsche Otolaryngologen in Rahmen eines systematischen Reviews analysiert. Die Aktivierung des körpereigenen Abwehrsystems ist eine neuartige und effektive Therapieoption bei Melanom und Lungenkarzinom. Darüber hinaus wird der Einsatz dieser Form der Immuntherapie auch bei anderen Malignomen extensiv erforscht. In einem systematischen Review haben deutsche Otolaryngologen die Ergebnisse der gegenwärtig verfügbaren klinischen Studien zum Einsatz von Immun-Checkpoint-Modulatoren bei Kopf-Hals-Krebs (HNSCC) zusammengefasst. Hierzu führten die Autoren eine Suche zu dem Themengebiet in PubMed, clinicaltrials.gov sowie bei den Jahrestreffen von ASCO, ESMO und AACR ab dem Jahr 2010 bis heute durch. Insgesamt wurden 45 relevante Studien gefunden. In der Mehrheit der Studien wurden antagonistische Antikörper, die auf den Immun-Checkpoint-Rezeptor PD-1 abzielen, als Mono- oder Kombitherapie (zumeist mit anderen immunmodulatorischen Antikörpern wie CTLA-4-Inhibitoren) eingesetzt. Für die Mehrzahl der Studien (26 von 45) werden weiterhin Patienten rekrutiert. In 16 klinischen Studien wurden Checkpoint-Inhibitoren zur neoadjuvanten/adjuvanten, kurativen Therapie eingesetzt. Die Ansprechrate auf die Behandlung mit PD-1-Antagonisten wurde in 12 Untersuchungen in Relation zum PD-L1-Status evaluiert. In 6 Studien wurden neuartige Immun-Checkpoint-Modulatoren mit der Hemmung der PD-1/PD-L1-Achse oder CTLA-4 kombiniert. Bislang liegen lediglich 4 Studien vor, in denen finale Ergebnisse zum Einsatz von Immun-Checkpoint-Modulatoren bei HNSCC präsentiert werden; diese beziehen sich allesamt auf die Inhibition der PD-1/PD-L1-Achse. Bei diesen Untersuchungen kam es zu allgemeinen Ansprechraten im Bereich von 20 Prozent. Diese vorläufigen Daten weisen darauf hin, dass eine PD-L1-Exprimierung von ≥1 Prozent mit einer höheren Ansprechrate einhergeht als bei einer PD-L1-Exprimierung von ≤1 Prozent. Der Anti-PD-1-Antikörper Pembrolizumab (ein IgG4-κ-Immunglobulin) verlängerte die Dauer der Ansprechrate bei rezidivem und/oder metastasierendem HNSCC in einer Phase-Ib-Studie um etwa 53 Wochen. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde Pembrolizumab seitens der FDA eine beschleunigte Zulassung erteilt. Die vorliegenden Studienergebnisse weisen auf einen Nutzen bezüglich der Verlängerung des Überlebens beim Einsatz dieser Substanzen hin, so das Fazit der Autoren. Außerdem zeigen die Immun-Checkpoint-Inhibitoren ein gutes Sicherheitsprofil und führen zu einer Verlängerung der Ansprechrate bei HNSCC. (am)
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