Immunbeteiligung bei funktionellen gastrointestinalen Störungen27. Mai 2019 © photophonie – fotolia.com Bei funktionellen gastrointestinalen Störungen (FGID), einschließlich funktioneller Dyspepsie (FD) und Reizdarmsyndrom (IBS), sind in der Vergangenheit subtile histopathologische Merkmale wie Eosinophilie und erhöhte Mastzellzahlen beobachtet worden. Daran erinnern die Autoren einer aktuellen Studie. Wie die Wissenschaftler schreiben, sind die Mechanismen, die die Rekrutierung dieser Zellen in den Gastrointestinaltrakt fördern, weitgehend ungeklärt. Der Grund dafür liege hauptsächlich in der Heterogenität der Phänotypen betroffener Patienten. Die Forscher durchsuchten daher systematisch die Literatur, um die verfügbare Evidenz für eine Immunaktivierung bei FD und IBS zusammenzustellen und, wo möglich, die Art der Aktivierung detailliert zu beschreiben. Die Studienautoren durchsuchten 7 Literaturdatenbanken mithilfe der englischen Begriffe für „funktionelle gastrointestinale Störung“, „FGID“, „funktionelle Dyspepsie“, „nicht ulzerative Dyspepsie“, „idiopathische Dyspepsie“, „Reizdarmsyndrom“, „IBS“ und „Immun*“. Sie fanden 51 Artikel, die über nicht übereinstimmende Immunmerkmale berichteten und den Einschlusskriterien für die Analyse entsprachen. Veränderungen der Lymphozytenpopulationen, einschließlich der B- und T-Lymphozytenzahl und des Aktivierungsstatus, wurden bei IBS und FD in Verbindung mit duodenaler Eosinophilie bei FD und erhöhten Mastzellzahlen im Kolon bei IBS berichtet. Die Forscher stellten zudem fest, dass erhöhte Zahlen zirkulierender α4β7-Darm-Homing-T-Zellen mit der Pathophysiologie von FD und IBS assoziiert zu sein scheinen. Untersuchungen in diesem Bereich würden durch eine schlechte Phänotypisierung und Einteilung der Patienten in Untergruppen sowie die subtile Natur der an FD und IBS beteiligten Immunaktivität, erschwert, so die Wissenschaftler. Fazit FD- und IBS-Symptome würden durch einen Verlust mukosaler Homöostase angetrieben, worauf Veränderungen der Anteile von Darm-Homing-T-Lymphozyten sowohl bei FD als auch beim IBS hindeuteten, schlussfolgern die Forscher im „American Journal of Gastroenterology“. Es gebe indirekte Hinweise darauf, dass bei FGID Th17-Antworten eine Rolle spielen könnten, jedoch seien die Hinweise auf einen Th2-Immunphänotyp bei FD und IBS begrenzt. Obwohl eine Immunbeteiligung offensichtlich sei, müssten gut charakterisierte Patientenkohorten untersucht werden, um die Immunmechanismen aufzuklären, die die Entwicklung von FGID antreiben, schlussfolgern die Autoren. (ac) Autoren: Burns G et al. Korrespondenz: Prof. Simon Keely, School of Biomedical Sciences & Pharmacy, Faculty of Health & Medicine, University of Newcastle, Newcastle, NSW, Australien; [email protected] Studie: Evidence for Local and Systemic Immune Activation in Functional Dyspepsia and the Irritable Bowel Syndrome: A Systematic Review Quelle: Am J Gastroenterol 2019;114(3):429–436. Web: https://doi.org/10.1038/s41395-018-0377-0