Immunonkologie – Hoffnungsträger der Medizin9. April 2018 Weidener hämatologisch-onkologische Gespräche: Priv. Doz. Dr. Werner Heinz, Prof. Dr. Frank Kullmann, Prof. Dr. Theodor Klotz und Dr. Thomas Schichtl (v.l.) stellten bei den 13. Weidener hämatologisch-onkologischen Gesprächen die Immunonkologie in den Mittelpunkt. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG. Das Immunsystem ist das entscheidende Instrument des menschlichen Körpers zur Bekämpfung von Erregern und geschädigten Zellen. Bei einigen Krebserkrankungen ist es bereits gelungen, diese Fähigkeiten des körpereigenen Abwehrsystems auch bei Krebszellen zu nutzen. Nicht nur aus diesem Grund gilt die Immunonkologie als großer Hoffnungsträger der Medizin und wurde bei den 13. Weidener hämatologisch-onkologischen Gesprächen in den Mittelpunkt gestellt. Priv. Doz. Dr. Werner Heinz, der seit Beginn dieses Jahres die Leitung des Onkologischen Zentrums am Klinikum Weiden und der Hämatologie und Onkologie in der Klinik übernommen hat und dieses weiter ausbauen wird, bezeichnete die Immunonkologie als „äußerst vielversprechenden Therapieansatz in der Krebsbehandlung“. Ein großer Vorteil sei dabei die gute Verträglichkeit der Therapie, jedoch müssten die spezifischen Nebenwirkungen sowohl für den Patienten als auch den behandelnden Arzt bekannt sein. Hier bestehe großer Aufklärungsbedarf auf beiden Seiten. Der Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Weiden, Prof. Dr. Frank Kullmann, erklärte, dass seit 2015 eine Vielzahl an Studien durchgeführt wurden, die vor allem bei Dickdarm- und Magenkrebs umfangreiche Erfahrungen bringen konnten. Dabei sei deutlich geworden, dass sich Tumore mit einem speziellen genetischen Profil besonders geeignet für diese Therapieform seien: „Dieses Therapiekonzept kann auch dann noch wirken, wenn alle anderen Formen, wie zum Beispiel die klassische Chemotherapie, bereits versagt haben.“ Dementsprechend gelte es jetzt für die Wissenschaft, Tumore ohne dieses spezielle genetische Profil für die immunonkologische Therapie zu sensibilisieren. „Bisher sind die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren in Deutschland aber noch nicht für die Therapie von Tumoren aus dem Magen-Darm-Trakt zugelassen“, so Prof. Dr. Kullmann. Prof. Dr. Theodor Klotz erklärte, dass das Immunsystem auch bei der Therapie von urologischen Krebserkrankungen eine entscheidende Rolle spiele. „Doch gerade bei Patienten mit fortgeschrittenem Blasen- oder Nierenkrebs haben wir durch die neue medikamentöse Immuntherapie neue Möglichkeiten“, so der Chefarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Weiden. So könne bei einem Teil der Patienten auch bei fortgeschrittenen Tumoren mit Tochtergeschwülsten eine langanhaltende Stabilität der Erkrankung erreicht werden. Ein Problem bestehe noch in der Schwierigkeit der Vorhersage der Wirkung der Immuntherapie, betonte Dr. Thomas Schichtl, Arzt im MVZ Onkologie am Klinikum Weiden. Die entsprechenden Marker seien noch nicht ausgereift. Gerade bei Bronchial-Karzinomen, einer häufigen und aggressiven Tumor-Art, werde die Immuntherapie aber immer wichtiger. „Viele Patienten sprechen so gut und lange an, wie wir es von keiner bisherigen Therapie kennen“, erklärte Dr. Schichtl. Es müsse aber noch herausgefunden werden, welcher Patient wie auf die Behandlung reagiere.
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