Immunprofil bei Patienten mit alkoholischer Hepatitis: Alkoholabstinenz verbessert Dysregulation

Leber
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Nur ein relativ geringer Anteil von Personen mit schwerem Alkoholabusus entwickelt auch eine Alkohol-assoziierte Hepatitis (AH). Welche Mechanismen dieser Tatsache zugrunde liegen, hat nun eine amerikanische Arbeitsgruppe untersucht.

Die Wissenschaftler führten eine Studie mit 68 AH-Patienten, 65 Personen mit starkem Alkoholmissbrauch und ohne Lebererkrankung (heavy drinking controls [HDC] und 20 gesunden Kontrollen durch, die sie über einen Zeitraum von 12 Monaten beobachteten. Sie erhofften sich dadurch Aufschluss über den Zusammenhang zwischen der Entstehung einer AH und einer dysregulierten Immunantwort, die möglicherweise durch einen Verzicht auf Alkohol abgemildert werden könnte.

Zu Beginn der Studie waren zwischen den HDC und den gesunden Kontrollen keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Plasmawerte für 38 inflammatorische Zytokine/Chemokine (gemessen mit Multiplex-Immunassays) zu beobachten. Im Vergleich zu den HDC wiesen jedoch AH-Patienten höhere Baseline-Werte für 11 Zytokine/Chemokine auf: Tumornekrose-Faktor-α, Interleukin 6 (IL-6), IL-8, Interferon-γ-induziertes Protein 10, IL-4, IL-9, IL-10, Fibroblasten-Wachstumsfaktor 2, IL-7, IL-15, und transformierender Wachstumsfaktor-α. Niedriger jedoch waren die Werte des anti-inflammatorischen, aus Makrophagen stammenden Chemokins.

AH-Patienten wiesen auch zu Beginn der Untersuchungen mehr aktivierte, wenn auch dysfunktionale Immunzellen auf. Monozyten, T- und B-Zellen exprimierten größere Mengen von CD38 (cluster of differen­tiation 38) und CD69, jedoch geringere Mengen der humanen Leukozyten-Antigene DR, CD80 und CD86. Zudem produzierten CD4 T-Zellen in Reaktion auf eine T-Zellen-Stimulation weniger Interferon-γ.

Heraufreguliertes IL-6, IL-8, CD38 und CD69 sowie herunterreguliertes aus Makrophagen stammendes Chemokin, humanes Leukozyten-Antigen DR, CD86 und CD80 korrelierten positiv bzw. negativ mit der Schwere der Erkrankung. Die Längsschnittanalyse deutete darauf hin, dass bei abstinenten AH-Patienten die Werte für IL-6, IL-8, CD38 und CD69 reduziert waren, während die Konzentrationen von aus Makrophagen stammendem Chemokin, humanem Leukozyten-Antigen DR, CD80 und CD86 stiegen. Alle zellulären Immunanomalien wurden bei abstinenten AH-Patienten bis zu Tag 360 der Beobachtung wieder zurückgesetzt – allerdings blieben die Plasmawerte für Tumornekrose-Faktor-α, IL-8, IL-10, Fibroblasten-Wachstumsfaktor 2 und IL-7 höher.

Autoren: Li W et al.
Korrespondenz: Prof. Qigui Yu, Indiana University School of Medicine, 635 Barnhill Drive, Indianapolis, IN 46202, USA; [email protected]
Studie: Alcohol abstinence ameliorates the dysregulated immune profiles in patients with alcoholic hepatitis: A prospective observational study
Quelle: Hepatology 2017;66(2):575–590.
Web: onlinelibrary.wiley.com

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