Immunsystem: Gemeinsamer Mechanismus bei Schwangerschaft und Krebs entdeckt

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Forscher der University of Michigan (UMich), USA, haben entdeckt, dass es einen gemeinsamen molekularen Mechanismus bei Krebs und Schwangerschaft gibt, der das Immunsystem unterdrückt. Der Artikel wurde in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht.

Um zu verstehen, warum einige Krebsarten das Immunsystem erfolgreich umgehen und ungehindert wachsen, haben sich Forscher mit der Schwangerschaft beschäftigt. „Während der Schwangerschaft stößt das Immunsystem den wachsenden Fötus nicht ab, daher wissen wir, dass in der Plazenta aktive Mechanismen vorhanden sein müssen. Bei Krebs ist es dasselbe: Der wachsende Tumor wird vom Immunsystem nicht abgestoßen. Das bedeutet, dass die Krebszellen Strategien entwickelt haben, um die Immunabstoßung zu unterdrücken, genau wie in der Schwangerschaft“, kommentiert Weiping Zou von der UMich. In der Schwangerschaft ist das eine gute Sache – das Baby kann wachsen. Bei Krebs bedeutet es jedoch, dass der Tumor ungehindert wächst und Behandlungen, die eine Immunreaktion auslösen sollen, nicht wirksam sind, erklären die Forscher.

Ergebnisse der Studie

Die Forscher fanden heraus, dass es einen gemeinsamen molekularen Mechanismus bei Krebs und Schwangerschaft gibt, der das Immunsystem unterdrückt. Blockiert man diesen Mechanismus namens B7-H4, wird das Immunsystem hochgefahren, um das Krebswachstum zu verlangsamen. Anhand von Mausmodellen und Zelllinien von Brustkrebs und gynäkologischen Krebsarten identifizierten die Forscher das Hormon Progesteron als Schlüsselregulator des B7-H4-Immunkontrollpunkts.

Die Expression von B7-H4 wurde zuvor mit einer kürzeren Überlebenszeit bei Krebspatienten in Verbindung gebracht. Die Forscher des Rogel Cancer Center der UMich entdeckten, dass B7-H4 eine aktive Rolle bei der Regulierung des Immunsystems sowohl in der Plazenta als auch in der Tumormikroumgebung spielt. Während das männliche Hormon Androgen zuvor mit der Unterdrückung des Immunsystems bei Prostatakrebs in Verbindung gebracht wurde, ist dies das erste Mal, dass gezeigt wurde, dass das weibliche Sexualhormon Progesteron die Immunreaktion bei Krebs beeinflusst.

Die Forscher verwendeten einen Inhibitor, um die Progesteronsignalisierung bei Mäusen mit Brustkrebs und in menschlichen Brustkrebsgewebeproben zu blockieren, was das Krebswachstum bei Mäusen verlangsamte und die Immunreaktion aktivierte. Der Effekt war deutlich, aber nicht dramatisch, berichten sie. „B7-H4 ist ein wichtiger Kontrollpunkt, aber es ist kompliziert“, erläutert Zou. „Die Regulierung von Progesteron ist ein Mechanismus, aber wir brauchen mehr Studien, um zu verstehen, ob auch andere Mechanismen an der Regulierung von B7-H4 beteiligt sind. Wir haben keine direkte Möglichkeit, diesen Signalweg zu blockieren. Die Rezeptoren sind noch unbekannt. Es gibt etwas in der grundlegenden Immunbiologie, das wir noch nicht verstehen.“