Immuntherapie bei Leberkrebs: Score schätzt Prognose ein22. November 2021 Bild: © SciePro – stock.adobe.com In einer multizentrischen Studie unter der Leitung von PD Dr. Matthias Pinter von der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Medizinischen Universität Wien konnte mithilfe einfacher Laborparameter ein Score entwickelt werden, mit dem das Outcome von Leberkrebspatienten unter einer Immuntherapie abgeschätzt werden kann. Mit dem Ziel einer personalisierten Medizin beschäftigt sich die Liver Cancer (HCC) Study Group Vienna unter der Leitung von Pinter an der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III von MedUni Wien und AKH Wien primär mit der Identifikation von Patientengruppen, die besonders gut von bestimmten Therapieformen profitieren können. In der aktuellen großangelegten retrospektiven internationalen Studie konnte auf Basis der beiden Routine-Laborparameter Alpha-Fetoprotein (AFP; Tumormarker) und C-reaktives Protein (CRP; Entzündungsmarker) ein Score entwickelt werden, der bei Leberkrebspatienten, die mit einer Immuntherapie behandelt wurden, mit der Prognose korreliert. „Waren beide Parameter über einen gewissen Wert erhöht, hatten die PatientInnen ein deutlich kürzeres Überleben und eine geringere Wahrscheinlichkeit, eine radiologische Krankheitskontrolle mit Immuntherapie zu erreichen“, so Erstautor Dr. Bernhard Scheiner, „beide Parameter, AFP und CRP, können das Immunmilieu des Tumors dahingehend beeinflussen, dass Tumorwachstum begünstigt wird und Immuntherapie möglicherweise schlechter wirksam ist.“ Die Ergebnisse konnten in einer unabhängigen Kohorte validiert werden. Insgesamt nahmen an dieser Studie 14 europäische Zentren teil. „Da der Score auf simplen Laborparametern beruht, ist er objektiv und breit verfügbar. Der Score könnte zukünftig bei der Selektion von Patienten für klinische Studien helfen und Entscheidungsfindungen im klinischen Alltag unterstützen“, so Pinter. Meist wird das hepatozelluläre Karzinom (HCC) erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, wo keine chirurgischen oder lokal-ablativen Verfahren mehr möglich sind, sondern primär systemische medikamentöse Therapien zum Einsatz kommen. Hier konnte kürzlich erstmals ein Immuntherapie-basiertes Regime etabliert werden, welches zugleich auch den neuen Standard in der medikamentösen Therapie für die überwiegende Mehrzahl der Patienten mit fortgeschrittenem HCC darstellt. Welche Patienten mit HCC am meisten von einer Immuntherapie profitieren, ist bislang nicht klar. Publikation: Scheiner et. al. Prognosis of patients with HCC treated with immunotherapy – development and validation of the CRAFITY score. J Hepatol 2021; https://doi.org/10.1016/j.jhep.2021.09.035
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "Lungenkrebs-Screening bei Ex-Rauchern: Risikoadaptierte Strategie sinnvoll" Lungenkrebs-Screening bei Ex-Rauchern: Risikoadaptierte Strategie sinnvoll Ein Team vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat eine neue, risikoadaptierte Strategie für den Start des Lungenkrebs-Screenings bei ehemaligen starken Rauchern entwickelt. Ziel ist es, den Beginn der Früherkennung nicht pauschal […]