Impfempfehlungen für Schwangere und Stillende: Update Herbst 202217. Oktober 2022 Foto: © milanmarkovic78 – stock.adobe.com Am Rande vom 64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V.), der vom 12. bis 15. Oktober in München stattfand, wurden auch die Impfempfehlungen für Schwangere und Stillende vorgestellt. In der Dynamik der COVID-19-Pandemie sei die Impffrage für Schwangere, Stillende und Frauen mit Kinderwunsch von anhaltender Aktualität und Relevanz, erklärte die DGGG. Bereits seit Beginn des Jahres 2021 verfasst ein Expertengremium der DGGG daher Stellungnahmen und Empfehlungen zu COVID-19-Impfungen mit regelmäßiger Aktualisierung entsprechend der verfügbaren Datenlage und in Kooperation mit dem nationalen CRONOS-Register („COVID-19 Related Obstetric and Neonatal Outcome Study in Germany“) der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM). Insbesondere im anhaltenden Dialog mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) liegt seit September 2021 die gültige Empfehlung zur generellen COVID-19-Impfung von Schwangeren mit mRNA-basiertem Impfstoff des Herstellers BioNTech/Pfizer vor und umfasst auch die Empfehlung zur Auffrischungsimpfung (Booster). Eine Impfung mit Nuvaxovid® in der Schwangerschaft und Stillzeit wird derzeit nicht generell empfohlen, kann jedoch erwogen werden, wenn eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation für mRNA-Impfstoffe besteht. Frauen mit Kinderwunsch sowie Stillenden wird die Impfung uneingeschränkt altersentsprechend nach dem gültigen STIKO-Schema empfohlen. Ein Einfluss auf die Fertilität oder das Stillen bestehe nicht, erklärte die Fachgesellschaft. Impfung schützt zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen Die COVID-19-Immunisierung schütze die Schwangere und das ungeborene Kind zuverlässig sowohl vor der Infektion mit SARS-CoV-2 als auch vor schweren COVID-19 Verläufen. Auch der Schutz der Neugeborenen vor COVID-19 im Sinne einer Leihimmunität konnte nachgewiesen werden, heißt es von Seiten der DGGG. Die Auswertung der Daten des nationalen CRONOS-Registers habe auch während der Omikron-Welle im Vergleich von geimpften (monovalenter Impfstoff) zu ungeimpften SARS-CoV-2-infizierten Schwangeren eine signifikante Reduktion des Risikos zur Notwendigkeit stationärer oder intensivmedizinischer Behandlung, Sauerstoffpflichtigkeit oder Beatmung gezeigt. Auch mussten geimpfte Infizierte seltener aufgrund von COVID-19 entbunden werden. Wie sinnvoll ist die 2. Auffrischimpfung für Schwangere und Stillende? Eine zweite Auffrischungsimpfung, der sogenannte zweite Booster, könne derzeit nicht generell für alle Schwangeren empfohlen werden, jedoch in Abhängigkeit der Anamnese und des Wunsches der Schwangeren nach individueller Aufklärung erfolgen, erklärte die DGGG. Zu den an die Omikron-Varianten BA.1 sowie BA.4-5 angepassten, mRNA-basierten Vakzinen liegen derzeit keine Erfahrungen vor. Die Verwendung im Rahmen einer Auffrischungsimpfung in der Schwangerschaft sowie Stillzeit ist laut Europäischer Arzneimittelagentur (EMA) jedoch aufgrund der hohen Ähnlichkeit zum Originalvakzin sowie dem vergleichbaren Sicherheitsprofil möglich. “Die individuelle, informierte und empathische Beratung durch FrauenärztInnen und Hebammen zur Frage der COVID-19-Impfung bleibe auch unter Berücksichtigung kommender Virusvarianten und Impfstoffe eine wichtige Aufgabe, um unsere Patientinnen bestmöglich zu schützen”, erklärte die gynäkologische Fachgesellschaft.
Mehr erfahren zu: "Wartezeit auf Facharzttermine über Terminservicestellen beträgt im Durchschnitt 8,6 Tage" Wartezeit auf Facharzttermine über Terminservicestellen beträgt im Durchschnitt 8,6 Tage Eine aktuelle Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt, dass Patienten auf Facharzttermine, die über die Terminservicestellen vermittelt werden, durchschnittlich 8,6 Tage warten. Das Zi mahnt daher, die […]
Mehr erfahren zu: "Universitätsklinika zum KHAG: „Einigung zeigt wenig Reformmut“" Universitätsklinika zum KHAG: „Einigung zeigt wenig Reformmut“ Bund und Länder haben sich auf einen Kompromiss zum Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) geeinigt. Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) kritisiert den Kompromiss – er konterkariere bisherige Reformziele.
Mehr erfahren zu: "Eine Hormonersatztherapie hat keinen Einfluss auf das Sterberisiko" Eine Hormonersatztherapie hat keinen Einfluss auf das Sterberisiko Eine dänische Studie mit über 800.000 Frauen, die kürzlich in der Fachzeitschrift „BMJ“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass eine Hormonersatztherapie nicht mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist.