Individuell kombinierte Krebstherapien verbessern die Behandlungserfolge deutlich21. Januar 2026 Bild: ©vrx123 – stock.adobe.com Weltweit erste Studie belegt: Die individuelle Anpassung von Krebstherapien auf Basis der Tumor-DNA ist sicher, effektiv und realisierbar. Forscher der University of California San Diego School of Medicine haben die nach eigenen Angaben weltweit erste klinische Studie durchgeführt, die belegt, dass Krebsmedikamente sicher und effektiv auf Basis der einzigartigen DNA des Tumors personalisiert werden können. Die Studienergebnisse sind am 08.01.2026 in der Online-Ausgabe des „Journal of Clinical Oncology“ erschienen. Sie zeigen, dass die Individualisierung von Kombinationstherapien passend zu den spezifischen Tumormutationen jedes Patienten mithilfe molekularer Tests den Behandlungserfolg signifikant verbessern kann. Bessere Ergebnisse mit individuell abgestimmter Behandlung „Jeder Patient und jede Krebserkrankung ist einzigartig, und so sollte auch unsere Behandlung sein“, erklärte Seniorautor Dr. Jason Sicklick, Professor für Chirurgie und Pharmakologie an der UC San Diego School of Medicine und chirurgischer Onkologe bei UC San Diego Health. „Unsere Ergebnisse belegen, dass Präzisionsonkologie auf individueller Ebene möglich ist. Wenn die Behandlung jedes Patienten auf der einzigartigen DNA seines Tumors basiert, können wir Krebs präziser behandeln.“ Studienleiter Dr. Jason Sicklick. Bild: UC San Diego Health. Die klinische Studie trägt den Namen „Investigation of Profile-Related Evidence Determining Individualized Cancer Therapy“ (I-PREDICT). Sie nutzte die Next-Generation-Sequenzierung (NGS; Foundation Medicine) von Gewebe und/oder Blut, um die für die Krebserkrankung jedes einzelnen Patienten verantwortlichen Genomveränderungen zu identifizieren. Anschließend entwickelten Ärzte in einem Tumorboard personalisierte Behandlungspläne mit von der FDA zugelassenen Medikamenten. Die Dosierung wurde für jeden Patienten individuell angepasst, um die molekularen Veränderungen präzise zu behandeln – ganz im Gegensatz zu einem standardisierten Ansatz. Den Grad der Übereinstimmung von Biomarkern mit den verabreichten Medikamenten berechneten die Wissenschaftler anhand eines Matching-Scores (MS), im Wesentlichen die Anzahl der adressierten pathogenen Veränderungen geteilt durch die Gesamtzahl der pathogenen Veränderungen. Die mediane Anzahl pathogener Veränderungen pro Tumor betrug 5 (Spanne 0–20). 157 verschiedene Behandlungsschemata, darunter 103 ungetestete Kombinationen Von 210 Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen, die behandelt wurden, wiesen fast 95% ein individuelles Tumor-DNA-Profil auf – kein Tumor glich dem anderen. Dies führte zu 157 verschiedenen Behandlungsschemata, darunter 103 neue Medikamentenkombinationen, die zuvor noch nie gemeinsam getestet worden waren. Patienten, deren Therapien am besten auf ihre Tumormutationen abgestimmt waren, erzielten bessere Behandlungsergebnisse und verbesserten ihre Ansprech- und Überlebenschancen. Die Studie zeigte außerdem, dass die Behandlung mit neuen Medikamentenkombinationen durch den Beginn mit niedrigeren Dosen und deren sorgfältige Steigerung im Laufe der Zeit sicher verlief, selbst bei Therapien, die zuvor noch nie zusammen angewendet wurden. Nur 6,5% der Patienten entwickelten arzneimittelbedingte Toxizitäten der Grade 3/4 (vs. 15,5 % unter etablierten Therapieschemata). Eine höhere Krankheitskontrollrate (stabile Erkrankung ≥6 Monate/objektives Ansprechen) sowie ein längeres PFS und OS korrelierten signifikant, unabhängig und linear mit einem höheren Grad an Übereinstimmung der Medikamente mit den Veränderungen (höherer MS-Wert), variierten jedoch nicht mit der Anzahl oder Dosierung der Medikamente. Grundstein für eine randomisierte Studie „Die I-PREDICT-Studie zeigt, was möglich ist, wenn wir die Behandlung an der individuellen Biologie der Patienten ausrichten“, erklärte Dr. Shumei Kato, außerordentliche Professorin für Medizin an der UC San Diego School of Medicine und Onkologin bei UC San Diego Health. „Durch die Verwendung von Biomarkern zur Auswahl von Medikamenten und zur Dosisanpassung können wir Kombinationen entwickeln, die präzise auf die Ursachen der Krebserkrankung jedes einzelnen Patienten abzielen.“ Die Forschung baut auf früheren Erkenntnissen auf, die in Nature Medicine (2019) und Genome Medicine (2022) veröffentlicht wurden und Teilgruppen der I-PREDICT-Kohorte analysierten. Die neue Publikation erweitert diese Arbeit um mehr Patienten und einen längeren Nachbeobachtungszeitraum und bietet detaillierte Anleitungen, wie andere Organisationen Strategien der Präzisionsonkologie umsetzen können. Diese Studie legt den Grundstein für eine zukünftige randomisierte Studie, die die Vorteile dieses personalisierten Ansatzes in der Präzisionsonkologie bestätigen soll.
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