InfectoOptics: Überzeugendes Forschungskonzept9. April 2019 Im Forschungsverbund InfectoOptics arbeiten Wissenschaftler aus der Infektionsbiologie und Optik eng zusammen. (Foto: © Anna Schroll, Leibniz-HKI) Der Jenaer Leibniz-WissenschaftsCampus InfectoOptics wird für weitere vier Jahre mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert. Damit bestätigt die Leibniz-Gemeinschaft die bisherige erfolgreiche Arbeit und das ambitionierte Forschungskonzept des Konsortiums aus sieben Jenaer Forschungseinrichtungen. In der zweiten Förderphase werden die regionalen Forschungsschwerpunkte Infektionen und Optik/Photonik stärker miteinander verbunden, um neue Konzepte für Diagnose und Therapie von Infektionskrankheiten zu entwickeln. Die Leibniz-Gemeinschaft fördert Leibniz-WissenschaftsCampi als Instrumente zur thematisch fokussierten Vernetzung von Hochschulen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die Gutachter werteten den interdisziplinären Ansatz des Leibniz-WissenschaftsCampus InfectoOptics als hochinnovativ und in Deutschland einzigartig. Sie bescheinigten dem Verbund erfolgreiche regionale Schwerpunktsetzung mit internationaler Strahlkraft. Die Kombination von Infektionsbiologie und Optik sei vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Gefahr durch Infektionskrankheiten von herausragender Bedeutung. Der Standort Jena besitzt hier eine langjährig erarbeitete Alleinstellung, die auch international Beachtung findet. So bildete das InfectoOptics-Konzept einen wichtigen Baustein in der erfolgreichen Einwerbung des Exzellenzclusters Balance of the Microverse. Wissenschaftler aus den Disziplinen Infektionsbiologie und Optik entwickeln im Leibniz-WissenschaftsCampus InfectoOptics seit 2015 optische Technologien, um eine frühe Diagnose und erfolgreiche Behandlung von Infektionskrankheiten zu ermöglichen. In zahlreichen Promotionsprojekten wurde Wert auf eine interdisziplinäre Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses gelegt. In der nun bewilligten zweiten Förderphase werden diese Ansätze weiterentwickelt und durch neue Projekte ergänzt. Ziel ist, die im Forschungsverbund entwickelten Ideen und Konzepte möglichst schnell in die klinische Anwendung zu bringen. Der InfectoOptics-Sprecher Prof. Marc Thilo Figge erläutert: „Die Fördermittel aus Berlin machen nur einen Bruchteil des Gesamtvolumens für den WissenschaftsCampus aus. Die Universität und die beteiligten Institute leisten erhebliche Eigenbeiträge. Dies unterstreicht den Willen und die Überzeugung der beteiligten Forscher, an einem sehr aussichtsreichen Projekt mitzuwirken.“ Der Systembiologe ist studierter Physiker und entwickelt am Leibniz-HKI computergestützte Modelle zu Infektionsprozessen. Dazu verarbeitet er Bild- und Videodaten aus Laborversuchen. „Ein solches Projekt, das die Grenzen der klassischen Disziplinen überschreitet, ist nur durch die kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit der beteiligten Partner auf allen Ebenen möglich. Das ist in Jena inzwischen gute Tradition, die selbst im Ausland wahrgenommen wird“, so Figge, der eine Professur an der FSU Jena inne hat. Als Partner haben sich im Leibniz WissenschaftsCampus InfectoOptics das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) und das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena und deren Universitätsklinikum, dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF), dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) zusammengeschlossen.
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