Initiative TELnet@NRW mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit 2021 ausgezeichnet30. April 2021 Foto: © leowolfert – stock.adobe.com Wie kurzes Innehalten Medikationsfehler vermeidet und digitale Hilfsmittel Behandlungssicherheit fördern: Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) vergibt den Deutschen Preis für Patientensicherheit 2021 an herausragende Projekte für mehr Sicherheit in der Medizin. Der erste Preis geht in diesem Jahr an die Initiative TELnet@NRW, die zeigt wie auch digitale Tools zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen können – etwa indem sie eine hochqualifizierte telemedizinische Versorgung ermöglichen. Mit der jährlichen Verleihung des Deutschen Preises für Patientensicherheit möchte das APS und seine Kooperationspartner, B.Braun, Ecclesia Versicherungsdienst GmbH, MSD SHARP & DOHME GmbH und der Georg Thieme Verlag KG, ein Zeichen setzen, um die Sicherheitskultur im Gesundheitswesen zu fördern. „Es gibt viele bemerkenswerte Initiativen, die die Stärkung der Patientensicherheit zum Ziel haben“, sagt die APS-Vorsitzende Dr. Ruth Hecker, Chief Patient Safety Officer an der Universitätsmedizin Essen. „Wir freuen uns, dass wir jedes Jahr zumindest einigen davon besondere Anerkennung zuteilwerden lassen können.“ „Das APS und seine Partner möchten mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit ein Zeichen setzen, um die Sicherheitskultur im Gesundheitswesen nachhaltig zu fördern“, ergänzt die DPFP-Schirmherrin Irmtraut Gürkan. Er solle eine Anerkennung für das starke Engagement einzelner Personen und Teams sein, die sich mit Projekten oder zukunftsweisenden Forschungsarbeiten für die nachhaltige Verbesserung der Patientensicherheit einsetzen. Angesichts der Vielzahl der Bewerbungen aus den unterschiedlichsten Gesundheitsbereichen sei die Entscheidung über die Platzierung auch in diesem Jahr nicht leicht gefallen. Erster Platz für digitales Gesundheitsnetzwerk TELnet@NRW Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis hat die Jury der Initiative TELnet@NRW zugesprochen, einem sektorenübergreifenden digitalen Gesundheitsnetzwerk unter Leitung von Prof. Gernot Marx vom Aachener Universitätsklinikum. Ziel des Netzwerks ist es, den Zugang zu qualifizierter medizinischer Versorgung besonders in den Bereichen der Intensivmedizin und der Infektiologie zu verbessern, für die in ländlichen Gebieten meist keine Fachärzte zur Verfügung stehen. TELnet@NRW bietet Ärztinnen und Ärzten sowie Gesundheitsfachkräften nun die Möglichkeit, sich über gesicherte Datenleitungen rund um die Uhr fachlich auszutauschen, um besonders die infektiologische Expertise auch abseits der Zentren verfügbar zu machen. „Die Zukunft liegt in den Telemedizinische Anwendungen und Audio-Videokonferenzen. Sie ermöglichen es, medizinisches Fachwissen unter medizinischem Personal auszutauschen und über therapeutische Ansätze bei Patienten zu entscheiden, und zwar ohne, dass der Patient selbst den aufwändigen und belastenden Transport in ein spezialisiertes Zentrum auf sich nehmen muss“, sagt Hecker. Dies sei nicht nur in Corona-Zeiten ein großer Gewinn für die Sicherheit und Qualität der Behandlung. Zweiter Platz für „Stop-Injekt Ckeck“ zur Vermeidung von Medikationsfehlern Der zweite Platz, der mit einem Preisgeld von 6000 Euro verbunden ist, geht an das Projekt „Stop-Injekt Check“ – ein Konzept zur Vermeidung von Fehlern bei der Verabreichung von intravenösen Injektionen. Im Rahmen des Projekts, das vom InPASS Institut für Patientensicherheit und Teamtraining GmbH entwickelt und in allen Asklepios-Kliniken bundesweit umgesetzt wurde, wird medizinisches Personal geschult, sich unmittelbar vor jeder intravenösen Injektion folgende Frage zu stellen: Bin ich mir ganz sicher, dass ich den richtigen Zugang und das richtige Medikament in der richtigen Konzentration für den richtigen Patienten in Händen halte? „Injektionsfehler zählen zu den häufigsten und folgenschwersten vermeidbaren Zwischenfällen, die zu Patientenschäden führen “, sagt Hecker. „Stop-Injekt Check“ habe bereits in den ersten Wochen nach seiner Einführung bei Asklepios bewiesen, dass es das Risiko für falsche Injektionen um eine Vielzahl zum Teil folgenschwere Medikationsfehler pro Jahr reduzieren könne. Dritter Preis für „CLAR“ zum Aufspüren von Infektionsclustern in Kliniken Mit dem dritten Preis (3500 Euro) wird ein an der Berliner Charité entwickeltes und eingesetztes elektronisches System ausgezeichnet, mit dem das gehäufte Auftreten von Krankheitserregern detektiert werden kann. Das von Dr. Michael Behnke entwickelte CLAR (Cluster-Alarm-System) schlägt per E-Mail-Alarm, wenn es in einer Station oder einem Klinikbereich zu ungewöhnlichen Erregerhäufungen kommt. Im Zusammenspiel mit anderen Systemen ermöglicht CLAR auch die krankenhausweite Echtzeit-Überwachung multiresistenter Erreger, sowie die stationsgenaue Erstellung von Erregerstatistiken – „ein wesentlicher Beitrag zur Früherkennung und Bekämpfung von problematischen Krankenhauskeimen“, so Hecker. Nachwuchspreis für Verbesserungen in der Palliativmedizin Der diesjährige Nachwuchspreis (500 Euro) geht an den Münchener Humanbiologen Dr. Dominik Bauer für seine Dissertation zu den „Auswirkungen einer intersektoralen pharmakotherapeutischen Betreuung durch Apotheker auf die Symptomlast von Palliativpatienten“. „Die in diesem Jahr ausgezeichneten Arbeiten und Initiativen befassen sich mit sehr unterschiedlichen Bereichen der Patientenversorgung und -sicherheit. Damit spiegeln sie in idealer Weise die große Bandbreite der möglichen Verbesserungen wider, von denen unser Gesundheitswesen profitieren kann“, sagt Hecker.
Mehr erfahren zu: "Neu: „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“ am Universitätsklinikum Jena" Neu: „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“ am Universitätsklinikum Jena Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland erhielt die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) jüngst die Auszeichnung „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“.
Mehr erfahren zu: "Viele Kinder mit Grippe im Krankenhaus" Viele Kinder mit Grippe im Krankenhaus Der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) zufolge haben die meisten Kinder, die zurzeit wegen einer akuten Atemwegsinfektion ins Krankenhaus kommen, eine Grippe.
Mehr erfahren zu: "Schwerverletzte haben am UKL überdurchschnittlich gute Überlebensprognose" Schwerverletzte haben am UKL überdurchschnittlich gute Überlebensprognose Beim Standard der Versorgung und Behandlung Schwerverletzter Patienten zählt das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) zur bundesweiten Spitze. Dies geht aus dem TraumaRegister (TR) DGU® 2025 hervor, wie das Klinikum mitteilt.